Druckschrift 
Sach-Geschichten : aus den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; das jüngste Vierteljahrhundert 1969 - 1994 ; [Sonderausstellung, 26. Oktober 1994 bis 26. Februar 1995 ; 100 Jahre Verein und Museum Österreichisches Museum für Volkskunde 1894/95 - 1994/95]
Entstehung
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Bulgarien, z. B.

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Unter bestimmten Voraussetzungen interessiert sich dasÖsterreichische Museum für Volkskunde auch für die Volks-kunst anderer europäischer Länder. Dieses Museum verstandsich nie als ausschließlich nationale Institution, wenngleichdie Intentionen- den politischen Maximen folgend- einmalmehr und einmal weniger auf nationale Identitätsstiftunggerichtet waren.

Besonders in den ersten Jahrzehnten nach der Grün-dung des Museums, 1894 bis 1918, war man bestrebt, alleNationalitäten der cisleithanischen Reichshälfte der öster-reichisch- ungarischen Monarchie in einem Völker"-Muse-um zu versammeln. Darüber hinaus interessierte man sich aberauch für vergleichendes Material aus ganz Europa, soweit essich unter dem Begriff Volkskunst" subsumieren ließ. Im Falleder beiden getrennt angekauften Objekte aus Bulgarien wurdeein vorliegendes Angebot aufgegriffen, um der Geschichteder historischen Sammlung gerecht zu werden und denGründungsgedanken etwas modifiziert fortzuführen.

Der Sukman" genannte Teil einer wahrscheinlich ausdem Kreis Stara Zagora stammenden Frauentracht wurde voneiner Wiener Kostümkundlerin um 1980 in Wien angekauft.Er besticht besonders durch die aufwendige Verarbeitungin Handarbeit. Vergleichsstücke sind in der Fachliteraturgreifbar. Dasselbe gilt für ein Schmuckstück, vermutlich ausWestbulgarien: ein Halsschmuck, der seine Vorbilder in derthrakischen, griechischen, römischen und byzantinischenKultur hat. Solche mit dem türkischen Wort Gerdan" be-zeichneten Metallschmuckstücke waren im 18. und zu An-fang des 19. Jahrhunderts in Bulgarien weit verbreitet.

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