Druckschrift 
Sach-Geschichten : aus den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; das jüngste Vierteljahrhundert 1969 - 1994 ; [Sonderausstellung, 26. Oktober 1994 bis 26. Februar 1995 ; 100 Jahre Verein und Museum Österreichisches Museum für Volkskunde 1894/95 - 1994/95]
Entstehung
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Aufbewahren

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In dieser Ausstellung soll dem Wandel der Aufbe-wahrungsgewohnheiten und-mittel von Textilien Raumgegeben werden: ein Thema, das in den Darstellungen überMöbel und Kleidung oft nur wenig Berücksichtigung fin-det. Als Frühform der Verwahrmöbel dienten die Truhen, indenen Textilien, Geschirr und Hausrat aufbewahrt wurden.Dabei haben sich regionale Besonderheiten speziell für dieDeponierung der Kleidung herausgebildet. Die hier gezeigtekroatische Tracht wurde von den Frauen in Falten gelegt und,zu einer Rolle gebunden, in Truhen verwahrt.

Der Wandel in der Kleidermode bewirkte vermutlichauch veränderte Aufbewahrungsformen der Textilien. FrüheSchrankmöbel finden sich vor allem im sakralen Bereich: Siedienten zur Aufbewahrung von Meßgeräten und liturgischenGewändern. Als Kleiderkästen waren ein- und zweitürigeSchränke in den bürgerlichen Wohnungen erst im Barockweiter verbreitet. Später fanden sie auch Verwendung in denländlichen Haushalten, doch die darin verwahrte Garderobewurde vorerst bevorzugt an in der Rückwand und in denSeitenwänden eingedübelten Holznägeln und-haken aufge-hängt. Während die wertvollen Gewänder des Adels und derKurie bereits über Bügel gehängt wurden, reichten für denkargen Kleiderbestand ländlicher Haushalte weiterhin Holz-nägel.

Erst mit dem Aufkommen der Konfektion zu Beginnunseres Jahrhunderts nahm die Kleiderbügelproduktion ih-ren Aufschwung. Die Vermehrung des Kleiderbestandes in denHaushalten hat diesen banalen Gegenstand zu einem unent-behrlichen Utensil werden lassen. Die Formen und verwen-deten Materialien der Kleiderbügel haben sich im Laufe derZeit geändert und wurden den Bedürfnissen ihrer Benützerangepaẞt, wobei dem Erfindungsgeist keine Grenzen gesetztwaren.

nc/ msd