25
achtziger Jahre war ein Großteil der Objekte völlig unzuläng-lich im Bereich der Schausammlung untergebracht. Sämt-liche Bauernkästen dienten als Aufbewahrungsort für dieTrachten und Hüte. In den Untersätzen der Vitrinen lagertenKeramikobjekte, Masken, Objekte der Volksfrömmigkeit, Krip-penfiguren, Spielzeug, etc. Die Errichtung von Außenstellenmit Studiensammlungscharakter in Gobelsburg( Majolika,Möbel, Glas), in Wien I, Johannesgasse( religiöse Volkskunst)und in Kittsee( Osteuropäische Sammlung) brachte zwar einespürbare Erleichterung( mit neuen Problemen), aber keineLösung.
Es war daher vordringlichstes Gebot der Direktion Beitl,diese Notsituation zu beseitigen. Dies geschah durch denAusbau des Dachbodens für die Metallsammlung und für diewertvolle Lampen- und Leuchtersammlung von LadislausBenesch, durch die Sanierung des barocken Kellers und denEinbau eines Keramikdepots. Es folgte die Belegung des Bun-kers im Schönborn- Park und die Errichtung eines großenMagazins in Mattersburg, wo für die Möbel, für die Haus-modelle, für die Flechtwaren, für die Spinnräder und für dieTextilien Regale beziehungsweise praktische Kästen geschaf-fen wurden. In Mattersburg, dem Sitz des Instituts für Gegen-wartsvolkskunde, fanden auch die Großgeräte( Schlitten,Landwirtschaftsgeräte, etc.) eine übersichtliche Aufstellung.
Durch die Schließung des Instituts mußte dieses Ma-gazin jedoch wieder aufgegeben werden. Dank der Unter-stützung seitens des Bundesministeriums konnte aber einentsprechender, zukunftsträchtiger Ersatz in Siegendorf ge-funden werden. Die Übersiedlung erfolgte in diesem Septem-
ber.
Vermittlung
Um den Ankauf größerer Sammlungen zu rechtferti-gen, lag es natürlich im Bestreben der Direktion, diese in derÖffentlichkeit zu präsentieren und durch Ausstellungskata-loge zu dokumentieren. Dazu zählen die kostbaren Trachten-bilder aus Südtirol, die das Museum nach mehrjährigenRatenzahlungen von Erna Moser- Piffl erwarb. Bei der Sonder-ausstellung in Gobelsburg konnte durch die Gegenüber-stellung der Bilder mit entsprechenden originalen Trachten-stücken eine interessante Wirkung erzielt werden. Die be-deutende Musikinstrumenten- Sammlung von Georg Kotek,die aus dem Nachlaß angekauft werden konnte, fand in Wal-ter Deutsch den kompetenten Bearbeiter. Der Nachlaß desMalers Ernst Huber bot in einem Katalog Gelegenheit, Fragennach der unterschiedlichen Wertigkeit von Volkskunst- Samm-lungen zu stellen.