Druckschrift 
Sach-Geschichten : aus den Sammlungen des Österreichischen Museums für Volkskunde ; das jüngste Vierteljahrhundert 1969 - 1994 ; [Sonderausstellung, 26. Oktober 1994 bis 26. Februar 1995 ; 100 Jahre Verein und Museum Österreichisches Museum für Volkskunde 1894/95 - 1994/95]
Entstehung
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riette Kossegg und durch Vermittlung des Abtes von StiftZwettl, P. Bertrand Baumann, zu. Ersteres umfaßt ein rusti-kales Interieur aus einer Wiener Cottagewohnung, das zwei-te einen gesamten bürgerlich- städtischen Haushalt und dasdritte einen verarmten bäuerlichen Haushalt aus dem Wald-viertel.

Eine zweite Gruppe bilden die Erwerbungen durch An-kauf. Hier ergeben sich wieder zwei Möglichkeiten: der pas-sive Ankauf, wenn Private oder Händler ins Museum kom-men und Objekte zum Kauf anbieten. Letzteres spielte beiMichael Haberlandt noch eine große Rolle. Aus der gesamtenMonarchie wurden ihm von Händlern und Sammlern ganzeKollektionen zum Kauf angeboten. In den letzten Jahren ha-ben derartige Vermittlungsankäufe stark abgenommen. Hin-gegen nahmen gezielte, also aktive Ankäufe bei Versteige-rungen oder bei Händlern zu. Hier ist vor allem auf den Er-werb von Gemälden zu verweisen.

Insgesamt betrug das jährliche Ankaufsbudget in denvergangenen 17 Jahren durchschnittlich 120.000 Schilling.

Sammlungsstrategien

Im ersten Quartal war die Sammlungspolitik primär vonzwei Komponenten geprägt: von der Hinwendung zur Volks-kunst und von der Annahme ihrer ethnischen Determiniert-heit. Gesammelt wurde nach ästhetischen und nationalenPrinzipien. Michael Haberlandts Österreichische Volkskunst"und Arthur Haberlandts Volkskunst der Balkanländer" stel-len für diese Betrachtungsweise wichtige Wegmarkierungendar. Beide huldigten der vergleichenden Methode. Nach demZusammenbruch der Monarchie erfolgte eine Konzentrationauf das neue, kleingewordene Staatsgebiet, das allerdingsdurch die Angliederung des ehemals zu Westungarn gehö-renden Burgenlandes einen neuen Sammlungs- und For-schungsbereich eröffnete, da sich die Sammlungstätigkeit desMuseums während der Monarchie nur auf die cisleithanischeHälfte beschränkt hatte.

Nach dieser doch starken Einengung des Blickfeldesbrachte das vierte Quartal neuerlich eine Rückbesinnung aufdie ursprüngliche Idee und eine Ausweitung in Richtung ei-ner Ethnologia Europaea". Das drückt sich nicht nur in derGründung des Ethnographischen Museums in Schloß Kittseedurch Adolf Mais aus, sondern auch in der neuen Schau-sammlung zur traditionellen Volkskultur in der Laudongasse.Unter den Erwerbungen finden sich daher vermehrt wiederObjekte aus dem europäischen Raum: Trachten aus Albanien,aus Rumänien, Bulgarien; der Volksgruppe der Roma; Kera-mik aus Bunzlau, Weihnachtskrippen aus Böhmen, Galizien;