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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
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OSBORN

Auch der geistliche Stand wird dabei keineswegs geschont.Freilich gab es hier mancherlei zu verbessern. Die grosseMenge der in den protestantischen Ländern plötzlich notwendiggewordenen Prediger war natürlich auch von schlechten Ele-menten durchsetzt; Leute ohne die geringste theologischeBildung, sogar Handwerker wurden zu Pastoren befördert;die Landpfarrer betrieben oft nebenbei den Bierschank undwaren in dieser Eigenschaft als Wirte nichts weniger als ver-lässliche Tugendwächter ¹). Ueber Habsucht und Üppigkeit,über Hartherzigkeit nach unten und Kriecherei nach oben,über die völlig geschäftsmässige Auffassung des Berufes habensich die Zeitgenossen vielfach zu beklagen. Alle diese Zu-stände wurden ganz offen und ehrlich behandelt 2), und diePfarrer dagegen an die Pflichten ihres Amtes gemahnt, sichtrotz allen Verführungen nicht beirren zu lassen. Danebenwurde aber auch der Theologenstand als der schwierigsteund gottgefälligste gepriesen und den unberechtigten Angriffengegenüber verteidigt.

,, Es sagt wohl der gemeine Mann," heisst es im Sorgen-teufel 3) ,,, Es hab niemand besser Sache, denn die Pfaffen,welchs von den Messzpfaffen, auch etlichen EvangelischenBauchdienern die lautere Wahrheit ist, denn dieselben nemensich nicht der Seel, sondern der Seckelsorge an. Aber derrechten treuwen Prediger Schweyss, Arbeyt vnd Sorg, istgrösser weder jrgend der Haussvätter oder Regenten Schweyss.Denn wenn ein Arbeyter seine Arbeyt gethan, so ist er zuRuhe. Ein Regent hat neben seiner Arbeyt Gewalt, Ehrvnd Gut, vnd kan bissweilen seine Lust vnd Ergetzlichkeithaben. Aber wenn treuwe Prediger tag vnd nacht studieren,predigen, beten, vnd den Leuten für jre Seelen auffs getreuw-lichste sorgen, so haben sie doch auff einer seiten den Teuffel

1) cf. August Sach II, 159 ff.

2) So 284, 218, 224, 367 E, 416 c, 4762 A, 531. 2262, 366, 371,3582, 279, 2812. 4412, 2072, 334%, 415, 412°; 3842c, CII 1192: VomAmpt der Seelhüter," im Pfarr- u. Pfründ- Beschn.- Teufel".

3) 531 E- 5322 A.