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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
Entstehung
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Charakter, Stil, gemeinsame Motive.

Es ist schon darauf hingewiesen worden, ¹) dass dieTeufelschriften der behandelten Periode, die wir soeben inGruppen geordnet nach einander an uns vorüberziehen liessen,um die Eigenart der einzelnen zu erkennen, sich im grossenund ganzen als etwas Einheitliches darstellen. So erschiendiese Litteratur auch dem Publikum des 16. Jahrhunderts;der Charakter der einzelnen Traktate als" Teufel" oderTeufelbücher" nivellierte sie in den Augen der Leser nahezuvöllig; die Persönlichkeiten der Verfasser, deren durchausungleiche Begabung, wie wir sahen, in ihren ungleichartigenSchriften sich kundgab, wurden fast gar nicht beachtet. Alsdann der Sammelband herausgegeben wurde, erschien er alsein einziges Werk, in dem die aufgenommenen Bücher nureinzelne Kapitel darstellten. Diese Anschauung ging von demdurchaus richtigen Gefühl aus, dass trotz allen Verschieden-heiten im Einzelnen aus dem gewaltigen Folianten Feyerabendsdoch nur eine einzige Sprache ertönte. Und unbedenklichkönnen wir hier bei einer Charakteristik in Bausch und Bogenauch die wenigen Schriften hinzunehmen, die aus irgend einemGrunde in das Theatrum Diabolorum keine Aufnahme fanden.

Gleichmässig ertönt aus dem Munde aller unsererPastoren die Klage darüber, dass das Böse seine Herrschaftin der Welt zusehends erweitere; noch niemals waren dieMenschen so sündhaft wie gerade zu ihrer Zeit. In jederVorrede wird auf diese Thatsache hingewiesen. Die Men-schen sind, wie es oft nach dem horazischen ,, Epicuri de gregeporcus" heisst ,,, epikurische Säw". 2) Es haben ,, in der Welt

1) S. 39 f.

2) Die ,, epikurische Saw" ist eins der beliebtesten grobianischenSchimpfwörter. cf. AfdA 18, 378.