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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
Entstehung
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OSBORN

,, So es doch ist eitel lug vnd trug,, Der gleichwol hindert trefflich sehr,, Dass viel nicht wöllen lernen mehrWer aber meynt er kann es gar

وو

,, Der bleibet ein Narr jmmerdar."

Von dem Witz des Gedankens und der Prägnanz des Ausdrucksist hier wie in den meisten Fällen gar nichts mehr geblieben.Auch durch eigene Poesien suchten die Verfasser derTeufelbücher die Eintönigkeit ihrer Prosa zu unterbrechen.Auf Caspar Fabers angehängte Lieder wurde schon hinge-wiesen. Andere streuten mitten im Text Verse ein; vieleserhielt seinen Platz vor Beginn oder am Schluss des eigent-lichen Traktats und wurde so wie die Vorreden in das Sammel-werk nicht mit übernommen.

Die Pastoren, die fortwährend Fühlung mit dem Publikumihrer Bücher hatten, wussten recht wohl, dass bei aller Fröm-migkeit der Leser die Schriften schliesslich doch nur Erfolg habenkonnten, wenn sie durch kleine Zuthaten schmackhafter wurden.,, Predigtmärlein" 1) waren ja schon seit langen Jahrhundertenbeliebt. Schon Berthold von Regensburg sagte: 2) ich will ,, iuein maerlîn sagen, daz behaltet ir vil lîhte baz danne diepredige alle samt" und Luther hatte gesagt: 3) ,, Dem gemeinenMann und Haufen gefällt nichts besser, denn Gesetz undExempel predigen, ihm ist auch nichts nutzer. Predigt vonGottes Gnade und vom Artikel der Justifikation ist ihrenOhren kalt.... Wenn man von Artikel der Rechtfertigungpredigt, so schläft das Volk und hustet, wenn man aber an-führt, Historien und Exempel zu sagen, da reckts beide Ohrenauf, ist still und höret fleissig zu." Danach richteten sichdie Teufelsbekämpfer so gut wie die meisten Didaktiker, undFeyerabend konnte mit Recht in der Vorrede des Theatrumsagen ,,, dass es auch Weltleuten, so der H. Schrift vnd derKirchenlehrer Bücher leichtlich vberdrüssig werden, lieblichund kurtzweilig zu lesen sei."

1) Germ. 3, 407 ff. 2) Berth. ed. Pfeiffer I, 572, 14ff. 3) AugustSach. II, S. 166.