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OSBORN
schöne Gedanken, die er unter Christi Geheimniss hält, nichtwill umbsonst gehabt haben, damit er hoffet schier, auch dieTeufel zu bekehren, so er noch nie eine Mucke bekehret hat,oder bekehren kann, wo nicht das Verkehren das Ärgest
dran wäre."
Selbstverständlich war der Mann, mit dessen Auftretendie neue Zeit der Christenheit begann, auch in seiner Eigen-schaft als Schriftsteller für unsere Verfasser ideales Vorbild.Ohne Ausnahme galt für alle sein Stil als Muster. Dauleschrieb im Tanzteufel sogar einmal an den Rand: Jmitatioverborum Lutheri ¹). Wenn ein Gedanke besonders klar undprägnant ausgedrückt werden soll, so wird eine einschlägigeAusserung Luthers zitiert, und man gewinnt dadurch denAusspruch einer unantastbaren Autorität in der vollendetstenForm. In der selbständigen Nachahmung des Luther'schenStiles blieb es freilich meistens beim guten Willen, dielebendige Anschaulichkeit, welche diesen so anziehend macht,stand hier nur selten zu Gebote; die unermüdliche Frischedes Luther'schen Eifers, der auch die breitesten Ausführungenfast niemals langweilig werden lässt, suchen wir hier meistvergebens, und so konnte es nicht fehlen, dass die Teufel-schriften, da sie an eingehender Ausführlichkeit in der Dar-stellung allerdings mit dem Vorbild wetteifern können, nurzu oft ermüdend wirken mussten. Die Verfasser fielen dannin einen unerträglichen Predigerton, der die Dinge in lang-athmiger Rede von allen Seiten umging, statt sie kurz undkräftig an der Wurzel zu packen und herauszuheben; siespekulierten dabei wohl richtig auf die„ gute Gesinnung" derFrommen, die es nicht wagten, derartige mit einem gewaltigenApparat biblischer Gelehrsamkeit ausgestattete Ausführungenoffen für langweilig zu erklären, auch wenn sie dieselben alslangweilig empfanden.
Ganz besonders reizte die Luthersche Grobheit dieTeufelsbekämpfer zur Nachahmung, aber wie sehr verkannten
¹) 2282B.