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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
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OSBORN

einer löblichen Eidgenossenschaft" 1). Mit dem Reformatorlegt man sich ins Zeug gegen die Gnadenmittel der katholi-schen Kirche, die guten Werke und den ,, schändlichen vndertichten Ablasshandel"). Und Eck, der ,, grobe vnverschämptevnzüchtige Tropff")" wie überhaupt alles, was sich feindlichgegen Luther wendet, ist ein Teufelsknecht.

Denn Luther ist für die Verfasser der Teufelsbüchernaturgemäss Wegbahner, Vorbild, Lehrer. Umsonst suchteman früher der Macht des Satan wirksam entgegen zu treten,,, biss endlich Lutherus auff den Platz tritt vnd durch GottesGeist jn angreifft... mit dem Seligmachenden Glauben anChristum" 4). Gott wird gepriesen, dass er ihn gesandt 5).Nach seinem Tode freilich, so klagen sie, erheben die Gegnerwieder mächtig das Haupt, aber ,, sie solten jhm bey seinemleben gemuckt haben, er solt sie Mores geleret haben" 6).,, Ja, wenn der liebe Luther noch da wäre," ruft JoachimWestphal im ,, Hoffartsteuffel" traurig aus,, aber er ist dahin,wie die Welt verdient hat.").

Er erschien ihnen tadellos, nahezu sündenlos. Aberin der Bewunderung und Verehrung wurde schliesslich einTon angeschlagen, der den Reformator selbst keineswegs er-freut, sondern sicherlich aufs äusserste erzürnt haben würde;denn die fanatischen Bekämpfer der katholischen Heiligen-welt scheuten sich nicht, nun den verstorbenen Luther selbstmit dem Namen ,, Sanctus Lutherus" 8) zu belegen, die grimmigenGegner des Papstes sprechen von dem heiligen VaterLutherus" 9), als Prophet wurde er gepriesen und unpassender-weise gerade der vom Mythus umwobenen alttestamentlichenGestalt des Elias gegenüber gestellt 10). Diese Auffassungwar nicht mehr neu und hielt sich lange, bis ins 18. Jahr-hundert hinein 11). Schon 1552 waren Etliche Prophezey-

1) Baechtold, Gesch. d. dtsch. Litt. i. d. Schweiz. S. 319.

2) B 1432E, 4052D, 1502f., 469 c,

3) 422 2 f. 4) 150 c. 5) 110 c.529c, 3832. 9) 468 ff. 10) 151в, 460E.Reformation S. 352.

6)

153 f, C II 1162 b.

372 A. 7) 384 2 B. 8) 379 D,11) Cf. Bezold, Gesch. d. dtsch.