CHARAKTER, STIL, GEMEINSAME MOTIVE.
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an allen Orten die grewlichsten laster vnd sünden sehr ge-meyn vnd vberhand genommen".")" Es wird alles ehrgeitz,wucher, bauchfrass vnd fleisch werden wie vor der Sündflut." 2)So verzweifelt klingt es überall, und auch in den Titel desTheatrum ging diese Anklage der Gegenwart über; dort istdie Rede von allerley grewlichen, schrecklichen vnd abscheu-lichen Lastern, so in diesen letzten schweren vnd bösen Zeitenan allen orten vnd enden fast bräuchlich auch grausamlichim schwang gehen." Das kann sich nicht anders erklären,als ,, dass es die letzte Zeit ist, von welcher die Propheten,der Herr Christus vnd die Apostel gesagt haben, dass es einsehr böse ergerliche Zeit seyn werde, da alle sünden, schandvnd laster im schwang gehen werden". 3) Ganz leidenschaft-lich spricht beispielsweise Musculus dies als festeste Über-zeugung aus. 4) Die Gegenwart ist ,, das aller letzt drümm-lein von der Welt vnd das letzte Zipfflein, welches vns baldauss den Händen entwischen" wird. Nun ist es eine alteErfahrung, 5) dass der Teufel ,, zum aller ergsten wüten vndtoben vnnd die Menschen zu allerley lastern vnd sündentreiben vnnd also vber sie das Wehe mit Hauffen bringenwerde im letzten teil der Welt, dieweil er weyss, das er wenigraum vnd weil habe, die menschen in die ewige verdamnuszuuerfüren".")
Merkwürdige Zeichen am Himmel deuten auch auf dennahen Weltuntergang.„ Vom Christtag an", sagt Musculus 7)1555 ,,, bis auf Trium Regum( also den 6. Januar) warenschreckliche Gewitter sowie Zeichen vnd Wunderwerck", wobeinoch ,, zum vberfluss ein Comet am Himmel etliche wochensich hat sehen lassen", der sich ,, so seltzam verendert, dasauch, so der Gestirn vnd Himmelslauff erfaren, ettwas jrrdarüber worden sein." 8)
1) Vorrede zum Tanzteufel. 2) Vorrede zum Wuchert. 3) B 287 E.4) 206 2. 5) cf. Luther, E. A. 24, 290; 59, 318 ff.) Vorrede zum Spielt.Vgl. damit etwa Vorr. zu Melanchol. T., zum Lügent., ferner( Hosent.)B 430; Neidt. C. II 81 26. 7) in der Vorrede zum Flucht. 8) Ähnlich2072 E; 212 f.
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