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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
Entstehung
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MODE.

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hatte, sein Freund und Ratgeber, bis er sich 1593 mit demjungen Herzog, der sich nicht meistern lassen wollte, über-warf. Er verlor seine Stellung und starb 1604 in Tübingen.Er war ein äusserst geschickter Mann, ein gewandter Theologe,in der Kunst des Disputierens erfahren und geübt, ein Staats-mann von grossem Einfluss und er entwickelte eine lebhaftelitterarische Thätigkeit ¹).

Seine ,, Predigt von hoffertiger vngestalterKleydung der Weibs Glossar ::: zum Glossareintrag  Weibs vnd Manns- Personen" 2)gehört eigentlich gar nicht in das Sammelwerk; denn vomTeufel ist darin überhaupt nicht die Rede 3). Neues wirdhier neben Musculus und Strauss auch nicht beigebracht.Es sind die gewöhnlichen Schilderungen der Hoffart, dieer in den kräftigsten Ausdrücken, meist recht lustig ver-spottet. Die Haare, so höhnt er, werden nun über einenDraht gezogen, ,, gleich wie man in den Seuwhägen dieRhuten vber die Tremel zeucht" 4); und er glaubt, manwürde vor einem modisch geputzten Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib, wenn man ihmauf freiem Felde begegnete, ein Kreuz machen. Originellist seine Art, die Halskrausen zu bekämpfen. Er meint,man habe sie zuerst angewandt, um die Narben am Halsezu verstecken, welche die, abscheuliche Krankheit derFrantzosen" dort zurückgelassen hatte 5). Den Kopf, der aussolchen ,, Krösen" herausragt, vergleicht er mit dem Hauptdes Täufers Johannes auf der Schüssel 6). Mit einer Füllevon komischen Vergleichen verspottet er die Eigentümlichkeitender Mode: die Haare, die vorne ,, gestroblet" sind, werden,, hinden vnd zur seiten gar lang vnd zottig" getragen ,,, alswenn junge Katzen ein Zeitlang daran gesogen hetten. Oder

1) Unter anderem war er im Auftrage des Herzogs Ludwig 1580

an der Herausgabe der Conkordienformel beteiligt.

2) 4°. 18 S. 1586 in Tübingen bei Georg Gruppenbach gedruckt;im Theatr. Diab. CII 562-59. Von Goedeke nicht erwähnt. Im Aus-zug mitgeteilt von Falke ,, zur Charakteristik der Mode im 16. Jahrhundert"in seiner Ztschr. für Kulturgesch. 1856. S. 58.

3) s. u. S. 186. 4) CII 57 b. 5) 572 a. 6) 57 b.