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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
95
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4. Mode.

Hosenteufel Krausteufel- Kleiderpredigt- Hoffahrtsteufel.

Früh beginnt in Deutschland die litterarische Oppositiongegen Mode und Putzsucht. Schon Heinrich von Melk, derscharfe Satiriker, wettert in seiner ,, Erinnerung vom Tode"dagegen ¹) und in den Seifried- Helbing- Gedichten hören wirwiederholt davon 2). Aber allgemeinerAber allgemeiner und eindringlicherwerden diese Klagen erst vom 14. Jahrhundert ab, seitdemdie Obrigkeit den Kampf gegen Luxus und Üppigkeit auf-genommen hatte. Denn während in Frankreich sich bereitsLudwig der Heilige gegen die Auswüchse der Mode wandte,und Philipp der Schöne 1294 das erste Kleidergesetz gab,während in Italien um dieselbe Zeit schon ähnliche Mass-regeln getroffen wurden, begegnen uns deutsche Verordnungengleicher Art erst von 1343 an 3). Nürnberg führt hier denReigen, Frankfurt schliesst sich an, Speier folgt 1356 miteiner schon detaillierten Vorschrift, dann Zürich, 1371 Strass-burg, Ulm, München. Seit dem 15. Jahrhundert nun schwolldie Zahl der Kleiderordnungen ins Ungemessene, fast jedeStadt von Bern bis Lübeck 4) gab ihre Gesetze; die Fürstenfolgten und bald gab die kaiserliche Regierung allgemeingültige Bestimmungen. Der Reichstag von Lindau erliess1497 ein Kleidergesetz, das 1498 zu Freiburg i/ B. wiederholtund 1500 zu Augsburg verschärft wurde. Seit 1350 berichtete

1) ed. Heinzel S. 61 f.- V. 319 ff.

2) V, V. 55-91 ed. Seemüller S. 68 f.; VIII, V. 874 ff. ed. See-müller S. 213 ff.

3) J. Falke, die deutsche Trachten- und Modewelt.( Lpz. 1858).2 Bde. I, 179 ff. Alw. Schultz, Dtsch. Leben im 14. u. 15. Jh.( 1892)S. 395 ff.

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4) Eine Zusammenstellung über die niederdeutschen Verordnungen.dieser Art giebt Jellinghaus in Paul's Grundriss II, 448 f.