WIRTSHAUSLEBEN.
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Ganz ähnlich ist die Idee auf dem Titelbilde einer 1559 zuMarburg anonym erschienenen Flugschrift ,, Wider die Lester-meuler, so den heylgen namen Gottes unnütz füren" 1). Hierliegt ein modisch gekleideter Kriegsmann mit einem rohenGesicht auf dem Boden und von seinem Mund gehen Strahlenaus 2) auf die im Himmel schwebende Dreifaltigkeit, wobeiGott Vater merkwürdiger Weise mit einer dreifachen päpst-lichen Krone geschmückt ist, auf die zur ebenen Erde dar-gestellte Taufe Jesu, auf den Abendmahlkelch, die Hostieund auf die Hände, Füsse und das Herz des Heilands, die,vom Körper abgetrennt, einzeln in der Luft hängen.
Den Teufeln, welche die Menschen durch das wüsteVergnügungsleben von ihrem Beruf abzulocken suchen, geselltsich der Dämon zu, der, rein negativ, ihnen die Lust zumArbeiten raubt: der ,, Faulteufel". Er fand seinen Schrift-steller in Joachim Westphal) aus Eisleben demSchwager und Freund des Cyriacus Spangenberg der erstin Sangershausen, später, nach 1565 in Gerbstedt im Mans-feldischen Prediger war, wo er 1569 starb. Ausser einemWillkomm, womit die Welt Christum und die Seinigen pflegt
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1) Berl. Kgl. Bibl. an Dz. 4°. 8 S.
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2) Diese verdeutlichende Technik war sehr beliebt; auch AlbrechtDürer verschmähte sie gelegentlich nicht. So gehen auf seinem Holz-schnitt, der darstellt, wie der heilige Franciscus von Assiri die Wundmaledes Herrn empfängt( Bartsch, Peintr.- grav. Bd. 7 No. 110), wie oft,von den Händen, den Füssen und dem„ Seitenhöhlchen" eines am Himmelerscheinenden Gekreuzigten starke schwarze Linien hinab auf Hände,Füsse und Brust des Heiligen. Und dies gefiel ihm so gut, dasswir eine genaue Nachbildung des Holzschnitts, nur sehr viel ver-kleinert, als Eckverzierung eines, jedenfalls den 20er Jahren ange-hörigen fliegenden Blattes,„ Ein kurtze beycht Zettel" wieder finden( Bartsch 7, Append. 29).
3) Über ihn Moller, Cimbria Literata( Hauniae 1744) III, 665.Er ist nicht zu verwechseln mit dem hamburgischen Lutheraner gleichenNamens,( der 1510-74 lebte), was schon Wilh. Budaeus that. Auchein jüngerer Joach. Westphal, der 1550 geboren ist und 1624 als Super-intendent in Rostock starb, ist von unserm zu scheiden. Spangenbergschrieb über ihn eine„ Historia vitae ac mortis".