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OSBORN
Dass sie noch 1584 unter Schwarzenbergs vollem Namengedruckt wurde, zeigt, dass sie keineswegs so rasch verschollenwar, wie man nach Friederich glauben möchte, der sie vonder 3. Auflage.( 1557) an seinem ,, Saufteufel" beifügte und sichgewissermassen als ihren Entdecker ausgab. Sicherlich kannteer auch das Buch schon früher und hat sich durch die Ver-bindung des Trinklasters mit dem Satan beeinflussen lassen;dass er es erst jetzt abdruckte, geschah wohl desshalb, weil ersich vorher die Selbständigkeit der Erfindung des ,, Saufteufels"wahren, nun aber seine trockenen Ausführungen mit Schwarzen-bergs Witz neu würzen wollte. Er nahm das Büchlein imganzen unverändert auf, strich nur einzelne Verse unter denBildern, die ohne diese unverständlich waren, und nahm einigeUmstellungen vor, wobei er die Ungeschicklichkeit beging, denEngelbrief hinter die Teufelsbotschaft zu stellen und so dieSteigerung, die Schw. durch seine Anordnung erreicht hatte,mutwillig zu zerstören.
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Dieser Fehler wurde nur noch schlimmer, wenn Friederichnun noch einen ,, Sendbrief an die vollen Brüder" hinzufügte,in dem er gegen grosse Trinkgefässe, gegen nächtlicheKneipereien, gegen die an manchen Orten gegründeten,, Saufforden" besser ,, Sauorden" zu nennen wettert.Den Schluss macht ein schwungloses Lied. Ein groteskerHolzschnitt, der eine von grinsenden Teufeln geleitete wüsteKneipszene in denkbar unflätigster Weise darstellt, schmücktdas Ganze ¹); das rohe Motiv des bezechten Gesellen, derunter den Tisch speit, erhielt sich noch lange auf den Titel-illustrationen, und noch 1726 ziert ein zu solchen Zweckenbestimmtes Gefäss das erste Blatt in des Leipzigers ChristianF. Henrici( Picander) Schauspiel ,, Der Ertzsäufer".
Unmittelbar vom Saufteufel oder vielmehr von Schwarzen-berg's ,, Sendbrieff" abhängig ist Eustachius Schildo,erst Kantor zu Kirchhain in der Niederlausitz, dann in
1) Der Holzschnitt mit dem Titel ist nach dem EichhornschenDruck von 1557 reproduciert in Stacke's illustrierter deutscher Gesch. II,zwischen S. 160 u. 161.