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Ist das jüdisch? : jüdische Volkskunde im historischen Kontext ; Beiträge der Tagung des Instituts für Jüdische Geschichte Österreichs und des Vereins für Volkskunde in Wien vom 19. bis 20. November 2009 im Österreichischen Museum für Volkskunde
Entstehung
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Margot Schindler,» Alter Jude, Ton, glasiert<<

ren. Als»> jüdisches Objekt«< Nummer eins kam bereits 1896 ein Scho-far, ein aus Horn gefertigtes Blasinstrument für rituelle Zwecke, mitdem Herkunftsvermerk» Wien- Floridsdorf, Sammlung Herzfeld III«< indie Sammlung. Von Herzfeld werden 1919 noch einmal neun, als jüdischbezeichnete Objekte genannt.

Metallgegenstände bilden im Österreichischen Museum für Volks-kunde einen eigenen Sammlungskreis, in dem etliche Kultobjekte in-kludiert sind. Darunter befinden sich elf Objekte mit dem Eingangs-datum 1901, die von Michael Haberlandt persönlich in der Bukowinagesammelt und angekauft wurden. Sie entsprechen einer Konstruktionder spezifisch ostjüdischen, besonders» altartigen«< Kultur, von der umdie Wende des 19. zum 20. Jahrhundert das jüdische wie das nichtjüdi-sche Publikum angezogen war. Darunter befinden sich etwa Tisch- undWandleuchter, z. B. mit Doppeladler und durchbrochenen Mustern ver-ziert, die als>> Synagogenleuchter<< bezeichnet werden. 1908 findet sichein Einzelstück, ein doppelarmiger Standleuchter, angekauft vom An-tiquitätenhändler R. Grünbaum in Brünn. Aus dieser Quelle sind von1908 bis 1915 rund 130 Stück Ankäufe gelistet. Ein aus einer KollektionL. Jakibiuk aus Kossov stammender Kerzenleuchter findet sich im In-ventar von 1912, ein fehlender Seitenarm ist vermerkt.

Im Inventar von 1919, aus der bereits erwähnten Herzfeld- Samm-lung, wird ein» Geschenk der jüdischen Braut an den Bräutigam<< ein>> Tefillinbeutel<< genannt. Er ist mit einem Monogramm J( oder L) Kund der Datierung 1866 versehen. Tefillin sind Gebetsriemen, die beimGebrauch um Hand und Arm gewickelt werden, sonst jedoch in unter-schiedlichen Behältern, häufig eben auch in bestickten Täschchen aufbe-wahrt werden. Das genannte Exemplar besteht aus violetter Seide mitGoldfadenstickerei.

Ein Objekt aus der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Kittsee kam1920 durch Ankauf ins Haus, als» Aufsatz eines jüdischen Vorbeterpultes(> Lemmer<) zum Aufrufen des Thorapsalms am Schabes<<. In einem mitStrahlenkranz eingefassten Oval mit Schrifttafelaufsatz ist eine auf Mes-

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und Museum. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde XLVII/ 96, 1993, S.147-166, hier besonders S. 150-154.

Arthur Haberlandt: Führer durch das Museum für Volkskunde. In: Wiener Zeit-schrift für Volkskunde 25, 1930, S. 129-130.» Kasten 5 zeigt eine nicht unansehnlicheSammlung Judaica, Leuchter und Zinnschüsseln für rituelle Feste, Gebetsriemen,Beschneidungsmesser in schnitzverziertem Kästchen, Räuchertürmchen, usw.<<

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