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Ist das jüdisch? : jüdische Volkskunde im historischen Kontext ; Beiträge der Tagung des Instituts für Jüdische Geschichte Österreichs und des Vereins für Volkskunde in Wien vom 19. bis 20. November 2009 im Österreichischen Museum für Volkskunde
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Margot Schindler,» Alter Jude, Ton, glasiert<<

36 Der Beitrag er-

Vergleichsstudie über west- östliche Stilprägungen an.³scheint 1939 in der Wiener Zeitschrift für Volkskunde, unterschlägt beider Bildunterschrift jedoch den Namen der Spenderin. Im Direktions-exemplar der Zeitschrift vermerkt Haberlandts Nachfolger, der gernesarkastische Bemerkungen über die Arbeit seines Vorgängers machte,handschriftlich mit Bleistift die Notiz:» Von wem..., Herr Direktor? Esist nämlich Nr. 22.508 von Miẞ Levetus!<< ³7.

Amelia Sarah Levetus wird 1858 in Birmingham geboren. Die Ge-brüder Levetus arbeiten als Juweliere und Silberschmiede, der Vater be-tätigt sich ehrenamtlich in der jüdischen Gemeinde. Sie erhält eine vor-zügliche Ausbildung an den Universitäten Birmingham, Cambridge undAberdeen und beschäftigt sich in der Folge mit Fragen zur Frauenarbeitum die Jahrhundertwende und zu sozialen Reformen. Ab 1891 lebt siein Wien und pflegt Verbindungen zu englischen und österreichischenArbeiter-, Reform- und Friedensbewegungen. Sie publiziert in interna-tionalen Zeitschriften, u.a. im»> Studio<<, wo sie diverse Reisen in Europadokumentiert und ist mit privaten Sammlern und Museen in der ganzenMonarchie in Kontakt. Von ihr gesammelte Objekte sollen sich auch imJoanneum in Graz, im Ferdinandeum in Innsbruck oder im Rudolfinumin Laibach befinden.

Sie beobachtet die künstlerischen Entwicklungen im Wien derJahrhundertwende und korrespondiert mit Künstlern, Architekten undFörderern der angewandten Künste. Levetus stirbt am 9. Jänner 1938 inWien und ist am Zentralfriedhof begraben.38 Ihr Kontakt mit dem Wie-ner Volkskundemuseum war vermutlich loser Natur, doch die im Mu-seum von ihr gefundenen Spuren lassen auch hier das damalige jüdischeVerständnis von» Volkskunde und-kultur« erkennen.

Über jüdische Volkskunde in Wien kann nicht gesprochen werden,ohne den Namen Friedrich Salomo Krauss( 1859-1938) wenigstens zuerwähnen. 39 Seine Biographie und sein Werk sind bekannt. Im Rahmen

36 Arthur Haberlandt: Eine südslawische Bildstickerei west- östlicher Stilprägung. In:Wiener Zeitschrift für Volkskunde XLIV, 1939, S. 65-71, 2 Abb. auf Taf.Ebd., S. 66.

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Die biographischen Daten zu. A.S. Levetus stützen sich auf Recherchen von AlbertOttenbacher, für deren Zusendung ich herzlich danke.

Zu F. S. Krauss siehe u.a. Bernd Jürgen Warneken: Negative Assimilation. DerVolkskundler und Ethnologe Friedrich Salomo Krauss. In: Raphaël( wie Anm. 26),S. 149-171.

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