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Ist das jüdisch? : jüdische Volkskunde im historischen Kontext ; Beiträge der Tagung des Instituts für Jüdische Geschichte Österreichs und des Vereins für Volkskunde in Wien vom 19. bis 20. November 2009 im Österreichischen Museum für Volkskunde
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXIV/ 113, 2010, Heft 3+ 4

einer konsequenten Provenienzforschung erst rekonstruiert werden.<< ³4Das Volkskundemuseum hat dafür bereits die notwendigen Vorarbeitengeleistet. Eine Entscheidung zur Durchführung dieser Provenienzfor-schung im Rahmen der dafür vom Bundesministerium für Unterricht,Kunst und Kultur eingerichteten Kommission ist trotz mehrfacher dies-bezüglicher Bemühungen des Museums bis dato noch nicht erfolgt.

Anna Mautner gelang mit ihren Kindern die Flucht nach Englandund Amerika. Nach dem Krieg kehrte sie wieder zurück und setzte amGrundlsee ihre Tätigkeit als Stoffdruckerin fort. 35 Das Inventar desVolkskundemuseums verzeichnet 1951 die Eintragung:» 15 verschiede-ne Druckmodelabzüge aus Stoffmaterial. Belegstücke der GrundlseerWerkstatt> Mautner Handdruck< für die in Arbeit stehenden Modelnaus dem Besitz des Museums für Volkskunde«. Man tat, als hätte dieZeit von 1938 bis 1945 gar nicht stattgefunden.

Vorstellen möchte ich weiters eine Sammlerin, die aus gänzlich an-deren Kontexten kommt als die bisher genannten Personen, deren Ver-bindung zum Volkskundemuseum daher umso erstaunlicher ist. AlbertOttenbacher hat sie ausfindig gemacht, und auf seine Recherchen stützeich mich hier auch bei den biographischen Angaben.

Im Jahresbericht 1910 erscheint in der Bedankung für>> Zuwendungoder Beschaffung wertvoller Museumsobjekte« neben Konrad Mautner,Rudolf Trebitsch und zahlreichen weiteren Persönlichkeiten» Miẞ A.S.Levetus«<. In den Mitgliederverzeichnissen von 1916 und 1928 ist sie un-ter der Adresse Wien XVIII, Peter Jordanstraße 27 und der Berufsbe-zeichnung>> Schriftstellerin«< gelistet. 1935 überlässt sie» einen umfangrei-chen Lichtbilderstoff aus Deutschösterreich und den Nachfolgestaatensowie Ungarn«<, insgesamt 480 Nummern. Im Objektinventar erschei-nen Geschenke in den Jahren 1909 bis 1914: Tonkrüge vom Markt inLemberg, Steingutkrug in Männchenform, Bär aus Ton, verfertigt vonungarischen Bauern, Klöppelspitzen aus der Grafschaft Bedford, Teil ei-nes Bettes mit Reliefschnitzwerk, Irland.

Arthur Haberlandt publizierte eines der Objekte, ein>> Hochzeits-tuch mit farbiger Seidenstickerei, um 1780, Bosnien«, und stellte eine

34 Birgit Johler: Das Österreichische Museum für Volkskunde in Zeiten politischerUmbrüche. Erste Einblicke in eine neue Wiener Museumsgeschichte. In: Österrei-chische Zeitschrift für Volkskunde LXII/ 111, 2008, S. 247.

35 Lutz Maurer: An der schoenen blauen Donau. In: Schönfellinger( wie Anm. 24),

S. 46.