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Ist das jüdisch? : jüdische Volkskunde im historischen Kontext ; Beiträge der Tagung des Instituts für Jüdische Geschichte Österreichs und des Vereins für Volkskunde in Wien vom 19. bis 20. November 2009 im Österreichischen Museum für Volkskunde
Entstehung
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380 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXIV/ 113, 2010, Heft 3+ 4

Grunwalds Ansatz von einer jüdischen Volkskunde war bereits 1898universalistisch geprägt. 20 Die Juden seien nach» Volkstum und Bekennt-nis ein Ganzes, dessen Richtungen von einheitlichen mit ihren Wurzelnin das tiefste Altertum hineinragenden Gesetzen gelenkt werden unddessen geistige Erzeugnisse bereits über zwei Jahrtausende eine Lebens-ader unzerreissbar durchzieht«.21 Mit dieser diachronen Linie beruft ersich auf den Altmeister der Wissenschaft des Judentums, Leopold Zunz( 1794-1886).

Wer aber sind die Juden? 22 Grunwald lehnt den Begriff>> Rasse<<ebenso entschieden ab wie den der» Pseudo- Juden«. 23 Für ihn sind dieKaraiten( Karäer) wie auch die äthiopischen Falascha, die» Negerjuden Glossar ::: zum Glossareintrag  Negerjudenan der Loangoküste, die Juden auf Madagaskar u.s.w.« Juden,» bis unsanstatt nichtiger Behauptungen triftige Beweise für das Gegenteil beige-bracht werden.<< 24

Doch damit ist die Reise Grunwalds rund um die jüdische Weltnoch nicht zu Ende. Er erwähnt die Juden Vorderindiens, die man» inhelle und schwarze Juden«< einteile. 25 Erst mit den Juden Chinas brichter seine Reise ab. Jüdische Volkskunde erweist sich im Sinne Grunwaldsmithin nicht nur als eine diachrone historische Wissenschaft, sondernauch als synchrone Ethnographie jenseits einer eingegrenzten und ein-grenzenden Volkskunde. Jude ist, wer sich mit seinem Herzen zu Israel,

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S. 173-204; ders.: Jüdische Volkskunde in Deutschland zwischen Assimilation undneuer Identität. Anmerkungen zum gesellschaftlichen Bezug einer vergessenen Wis-senschaft. In: Wolfgang Jacobeit, Hannjost Lixfeld, Olaf Bockhorn( Hg.), in Zusam-menarbeit mit James Dow: Völkische Wissenschaft. Gestalten und Tendenzen derdeutschen und österreichischen Volkskunde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun-derts. Wien, Köln, Weimar 1994, S. 87-114; ders.: Ostjüdische Volkskultur- ost-jüdische Volkskunde. Das» Jidishe Visnshaftlekhe Institut«<( Jiwo, YIVO) in Wilnaim Fokus politischer und nationalkultureller Interessen zwischen Ost und West.In: Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde 37, 1994, S. 3-33; ders.:Schmelztiegel, Bouillabaisse und Heimatkunst. Jüdische Volkskunde in Österreichbis 1938. In: Bayerische Blätter für Volkskunde N.F. 6, 2004, 1-2, S. 149–174.Max Grunwald: Einleitung. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volks-kunde I, 1, 1898, S. 3-16.

Ebd., S. 3.

22 Dieses Problem beschäftigt Grunwald auch in seiner Autobiographie; siehe Grun-wald( wie Anm. 1).

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Grunwald( wie Anm. 20), S. 4.

Ebd., S. 6.

Ebd., S. 6.