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Viktor Geramb : 1884 - 1958 ; Leben und Werk
Entstehung
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13.2. DIE ENTHEBUNG VON DER UNIVERSITÄREN

LEHRTÄTIGKEIT

13.2.1. ERNÜCHTERUNG UND GEGENWEHR

Geramb hat mit den neuen Machthabern innerhalb dreier wichtiger Institu-tionen massive Schwierigkeiten. Eine davon, die akademischen Vereine,wurden z. T. bereits behandelt. Zu diesen wäre hier nachzutragen, dassGeramb auch als Kurator der Hamburger Goethestiftung entfernt" wird. 335Die restlichen beiden Institutionen sind die Universität und das SteirischeVolkskundemuseum.Folgt man den Äußerungen Gerambs in einem Brief an Heinrich Harm-janz 336, dann beantragt der damalige Rektor der Grazer Universität, HansReichelt, im Juni 1938 Gerambs Enthebung mit dem Argument, Gerambsei als gläubiger Christ für die akademische Lehre der, Deutschen Volks-kunde" untragbar. 337 Doch diesem Antrag wird, so Geramb, vom Staats-kommissar Friedrich Plattner angeblich unter anderem deshalb nicht statt-gegeben, weil sich im ehemaligen Unterrichtsministerium in Wien mehrereAnzeigen aus der austrofaschistischen Ära, betreffend Gerambs deutsch-nationale Agitation, finden. Am 10. Juni 1938 verfasst Geramb[ u] eberAufforderung" eine fünfseitige Darlegung meiner weltanschaulichen undwissenschaftlichen Stellung❝338, am 26. Juni 1938 einen Lebenslauf 339, diesich heute im Grazer Universitätsarchiv befinden. Der, Darlegung fügt Ge-ramb vier Beilagen 340 hinzu. In beiden Dokumenten bemüht sich Geramb,ohne sein gutes Verhältnis zu Landeshauptmann Stepan abzustreiten, sei-nen, deutschnationalen" Einsatz hervorzukehren. Er hat nun anscheinendbemerkt, wes Geistes Kind die neuen Machthaber sind.

Es ist schwierig, den Kreis jener Personen präzise festzumachen, die anGerambs universitärer Ausschaltung interessiert sind. Aus einigen briefli-chen Hinweisen 341, Erwähnungen von Zeitzeugen 342 und indirekten Äuße-rungen Gerambs 343 lässt sich aber ein Kreis um den Gauleiter für Steier-mark, SA- Brigadeführer Dr. Sigfried Uiberreither, und um das diesem un-terstellte Gauschulungsamt unter Gauschulungsleiter Dr. Heinrich Hofferfestmachen. Zu den Fakten:

Wie bereits erwähnt, fruchtet das erste Enthebungsbegehren RektorHans Reichelts an Staatskommissar Plattner vom Juni 1938 nichts. Da-raufhin probieren es Gerambs Widersacher gleich direkt in Berlin. Dieslässt sich aus einem Schreiben ableiten, das am 6. Oktober 1938, alsoziemlich pünktlich zu Beginn des Wintersemesters 1938/39, vom Stabs-leiter des Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamtengeistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP" 344an Staatskommissar Plattner ergeht. Dieser Beauftragte ist niemandGeringerer als der mächtige Reichsleiter Alfred Rosenberg( 1893-1946),

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