dreiteiligem Anhänger hinabfällt. Dieser Prunkgürtel legt sich wie einHochzeitsgürtel nach damaligem Brauche über den Unterleib.
In dem anschließenden Gebete wird wie üblich auf Maria als Tempel-jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag jungfrau und ihr Bild im Dome zu Mailand verwiesen ¹¹).
Kürzlich wurde eine spätgotische Schnitzfigur der Maria im Ährenkleide( 1,24 m hoch) aus Nieder- Österreich bekannt, die in Asparn a. d. Zaya imHeimatmuseum verwahrt wird( Tafelbild 17). Die Flammenzier an Brust undUnterarmen fehlt, ebenso das vorne lang herabfallende Riemenstück desGürtels. Reich gelocktes Haar, braun wie die Augen, fällt besonders amRücken lang herab, wo es in vier dünnere nebeneinander liegende Strähneangeordnet ist und in zwei dickere gegen die Achseln zu; zwei dünnereSträhne gehen geringelt auf die Brust herab. Ein einfacher goldener Reifschmückt das Haar an der Stirne. Das bergblaue Kleid reicht bis zumBoden, wo die Spitze eines Goldschuhes sichtbar wird. Der Brustteil desKleides ist in einem breiten Streifen bis zum schmalen goldenen Gürtelherab ausgeschnitten. Darunter liegt ein Leibchen mit reicher netzartigerGoldzier. Das Kleid ist mit großen goldenen Ähren geziert, so daß ver-hältnismäßig wenige erfordert werden. So reicht für den Oberärmel eineeinzige Ähre aus. Die Ähren sind ursprüngliche Zier, was daraus hervor-geht, daß sie mit dem Gold des Untergewandes ein zusammenhängendesSchmuckelement bilden. Ihre Struktur zeigt gesteigerte Eigenart. Ein ge-gitterter spindelartiger Körper wird in schmalem Abstande von einemKontur umzogen, der Träger der wegstehenden Grannen ist. StilisierteHalmstücke sitzen an den kurzen Stielen der Ähren. Die Schnitzfigur wirdfür die Zeit um 1500 anzusetzen sein.
Sinnerschließung
Die eigenartige Wiedergabe Marias in einem mit Ähren geschmücktenKleide wurde durch Beischriften auf Bildern und Holzschnitten hinsichtlichHerkunft und Bedeutung zu beglaubigen versucht.
Hinsichtlich der Herkunft lauten die Angaben der Bildbeischriftenrecht verschieden. Auf dem Holzschnitte der Münchener graphischen Samm-lung ist zu lesen: und also ist sy gemalt in dem tum( Dom) czu maylandt.Auf dem Bilde des Stiftes Schlägl heißt es: auch ist sy in ainer stadt haistOsanna also gemalt und leit in Mayland. Auf dem Bilde( 15. Jhdt.) desMuseums in Salzburg sagt die Beischrift: vn also ist sie in lamparten in derstat Olana vn in stat zu mailand. Hier werden zwei Orte genannt, so wiein der Beischrift des Bildes in der Pfarrkirche in Sterzing: ist si gemalt inLainpatden zu Zscham vnd in dem Thum zu Maillandt. Ein kleines Andachts-bild von der Budweiser Ähren- Muttergottes 12) gibt an, das Bild sei aus demStädtchen Benna im Piemontesischen gekommen.
11) In der Erhöhung des Einbandes, der die Form eines Diptychons hat, sindzwei Miniaturen angebracht: 1. Der Gekreuzigte zwischen Gottvater und demhl. Geist in Menschengestalt mit Flügeln und dem Kreuznimbus, beide legen eineHand an das Kreuz. Im Ausstellungskataloge von H. Aurenhammer, S. 57 zu Nr. 62wird der hl. Geist irrtümlich als„, Engel" bezeichnet. Diese Darstellung der Trinitätist zwar selten, aber doch gut bezeugt, vgl. W. Molsdorf, Christl. Symbolik d. mittel-alterlichen Kunst, Leipzig 1926, S. 7 und Abb. Tf. 1, Kupferstich von dem nieder-ländischen ,, Meister der Berliner Passion", Mitte des 15. Jhdts. Dieser Stich stammtalso aus derselben Zeit und demselben Kunstbereiche wie dasKlappaltärchen. 2. Christus läßt Maria durch einen Engel krönen.
12) Kaltenbäck, Mariensagen, S. 102.
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