rische Fährleute besorgten den Verkehr herüber, deutsche hinüber, so wiees ja auch später überall üblich war.
Wir sehen also, daß die March an vielen Stellen durch Furten, Über-fuhren und Brücken die Verbindung zwischen zwei Völkern hergestellt unddamit die wirtschaftlichen und kulturellen Wechselbeziehungen erleichterthat. Der Fluß grenzte zwei Landgebiete ab, aber er war nie ein ernstlichesHindernis für den Verkehr und den Austausch materieller und geistigerGüter zwischen den Grenzvölkern.
7. Industrie
a) Voraussetzungen der heimischen Industrie
Die Entwicklung einer Industrie, d. h. die Verarbeitung von Rohstoffenim Großen setzt erstens das Vorhandensein dieser Rohstoffe in genügenderMenge voraus, dann die dazu nötigen Arbeitskräfte und entsprechende Ver-kehrswege und-mittel. Alle diese Voraussetzungen scheinen in unseremBereich gegeben.
Auf der Fruchtbarkeit des Marchfeldes und Weinviertels beruht derÜberschuß an Feldfrüchten und Vieh, der nicht direkt verwertet, sondernder Verarbeitung in der Industrie zugeführt wird: Getreide, Kartoffeln, Rü-ben, Gemüse, Fleisch, Fett, Milch, Häute. Die Forstwirtschaft liefert Holzzum Schnitt und zur weiteren Verarbeitung. Der Boden enthält verwertbareRohstoffe: Lehm, und zwar durch Wasser angeschwemmten Lehm, durchWind angetragenen Löẞ, Sand und Erdöl. Auf dieser Basis entstanden meist inder zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Großmühlen in Nieder- Absdorf,Waidendorf, Mannersdorf, die Teigwarenfabrik in Straßhof, die Spiritus-fabrik in Angern, Zuckerfabriken in Dürnkrut, Hohenau, Leopoldsdorf,Gemüsekonserven werden in Leopoldsdorf hergestellt, die Krautkonservie-rung besorgen Fabriken in Hohenau, Straßhof, die TierkörperverwertungBetriebe in Gänserndorf. Ferner besteht derzeit eine Fettwarenerzeugung inDürnkrut, eine Käserei in Straßhof; eine Gerberei in Zistersdorf; Säge-werke arbeiten in Marchegg, Weikendorf, Zistersdorf und Pyrawart, Zie-geleien in Nieder- Absdorf, Zistersdorf, Dürnkrut, Waidendorf und Schön-kirchen, Sandwerke in Angern und Drösing, Bohrbetriebe in Mühlberg,Neusiedl a. Z., Steinberg, Zistersdorf, Matzen, Aderklaa u. a.
Die Arbeitskräfte kamen, vor allem für die landwirtschaftlichen In-dustriebetriebe aus der Slowakei und Mähren. In den Bohrbetrieben findenwir seit 1945 Arbeiter aus aller Herren Länder, besonders viele Volksdeut-sche aus Mähren, Schlesien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Südslawien.
Die Entstehung von Industrien ermöglichte erst der Ausbau der Ver-kehrswege. Bald nach dem Bau der Nordbahn entstanden in den bahnnahenOrten die ersten Fabriken, z. B. die Zuckerfabrik in Dürnkrut( 1844), inHohenau( 1868), die Petroleumraffinerien in Drösing, Angern, Floridsdorf,( die bis 1918 galizisches Erdöl verarbeiteten, dann einige Jahre rumänisches,in den Zwanzigerjahren aufgelassen wurden), die Spiritusfabrik in Angern,die Holzsägen und-handlungen in Hohenau, Drösing, Marchegg u. a.
b) Zuckerindustrie
Die Zuckerfabriken und Ölbetriebe sind heute wohl die bedeutendstenwirtschaftlichen Faktoren im Gebiet an der March. Die Errichtung der
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