West- Ostverbindungen
Schon zur Zeit der Illyrer haben sich Querverbindungen zwischen demWaagtal und Marchtal einerseits und diesem und der weiter westlichführenden Nordsüdstraße, der heutigen„ Brünnerstraße", gebildet. Einer derwichtigsten ur- und frühgeschichtlichen Verkehrs- und Handelswege führtevon der Laaer Ebene über Staats, Poysdorf, Großkrut, Hausbrunn undHohenau an die March, weiter über St. Johann, Niklashof und die ungari-schen Wächtersiedlungen Bikczard und Nadas in den Kleinen Karpatenins Waagtal. Eine Abzweigung führte durch das Tal der Miava ebenfallsüber einen Karpathenpaß. Die Orte an dieser Ostwest- Linie sind reich anur- und frühgeschichtlichen Funden und an römischen Münzfunden aus demersten nachchristlichen Jahrhundert. In der Ungarnzeit stellte sie die direkteVerbindung der ungarischen Siedlungen Fallbach, Ungerndorf, Gaubitsch,Schoderlee mit dem Reichszentrum bei Komorn dar. Hier wäre auch diein der Kaiserurkunde vom 10. Juli 1056 erwähnte Straße anzuführen, dievon Großkrut über Altlichtenwart, Bernhardsthal nach Lundenburgführte; die Wüstung Schönstraß gibt einen Hinweis darauf 144).
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Die nächste West- Ostverbindung flußabwärts ist die Straße, die diezahlreichen, ebenfalls an prähistorischen Funden reichen Orte des Zayatalsmit dem Marchtal verbindet, über Drösing mit Groß- Schützen verband undweiter nach Hausbrunn( Szentistvan) und Blasenstein führte. Die dritteStraße verbindet das Sulzbachtal über Dürnkrut mit Gairing, Kiripolz,Malacka, durch den großen Föhrenwald( Bur) nach Pernek, von wo einePaßstraße über die„ Baba", einem auffallenden Sichtberg, nach Bösing jen-seits der Karpaten führt. Die vierte Straße führt aus dem Weidenbachtalüber Matzen, Prottes, Angern nach Ungeraiden in die Slowakei, von wo überLaab, Apfelsbach und Pernek ebenfalls die Paßstraße nach Bösing an-gestrebt wird.
Die urkundlich schon 1045 in der Schenkung an Markgrafen Siegfriedgenannte„ Ungarica platea"( Ungarische Straße) dürfte über Deutsch-Wagram, Straßhof, Gänserndorf, Oberweiden und südlich von Marcheggüber die March verlaufen sein 145) und hat weiter nach Stampfen, Ballen-stein und über den berühmten Wallfahrtsort Maria Thal nach St. Georgengeführt. Burg und Stadt Marchegg wurden 1268 von Przemysl Ottokar andem wichtigen Marchübergang gegründet, wo die über Siebenbrunn vonWien herführende„, Ochsenstraße" endete, die ihren Namen von den vielenViehtrieben aus Ungarn erhalten hatte.
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Im Urbar der Herrschaft Gars 146) wird 1499 ein„ vnngrischer plegkhun-der weg" genannt, der von Stockerau kommend, bei Gaisruck im„ pleketenWeg"( pleckend blinkend) seinen alten Namen beibehalten haben undnach Mitis 147) über Orth an die March geführt haben dürfte. BischofAdalwin ist 865 diesen Weg gereist, ebenso der hl. Koloman, der 1012 beiStockerau erschlagen wurde, weil man ihn für einen slawischen oder ungari-schen Späher hielt. 1058 ist auf dem„ Pleketen Weg" der achtjährige KönigHeinrich IV. mit seiner Mutter Agnes gereist, um den Frieden mit Andreasvon Ungarn durch Verlobung seiner Schwester mit dessen Sohn zu be-kräftigen.
b) Furten, Brücken und Überfuhren
In alten Zeiten konnte der Fluß an einzelnen seichteren Stellen durch-watet werden, freilich nur im Sommer bei niedrigem Wasserstand. Im
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