pathen durch den Bur an die March, ebenso Wildschweine, die besondersgroßen Schaden anrichteten.
Besondere Jagdliebhaber waren die Grafen Palffy, denen von Groß-Schützen abwärts das Waldgebiet bis zur Donau gehörte. Davon hatten auchdie diesseits der March liegenden Jagdgebiete einen Vorteil. So wurde z. B.einmal( um 1900) die Fasanerie bei Groß- Schützen mit 3000 Fasanen auf-gefrischt. Die Auswirkung dieser und anderer Maßnahmen zeigte sich, daftauf den Jagden in Waltersdorf und Sierndorf viele hundert Fasanen ab-geschossen wurden oder daß an einem einzigen Jagdtag in der„ Kruha",einer Au, nicht weniger als 34 Rehe erlegt wurden. In Sierndorf wurdennoch 1908 52 Rehe abgeschossen.( Mitteilung von H. Ferd. Dietzl.)
4. Handwerk und Zunftwesen
a) Die Handwerker im Mittelalter
Töpfer und Schmied waren die ältesten Handwerker. Während die mei-sten anderen Gebrauchsgüter im Hause selbst verfertigt werden konnten,erforderte der große Verbrauch der zerbrechlichen Gefäße, verlangte diefür die Schmiedekunst notwendige Geschicklichkeit frühzeitig die Speziali-sierung in der Herstellung. Ob es unter den ersten Siedlern des 11. Jahr-hunderts auch schon andere Handwerker gab, läßt sich mangels genauererUrkunden nicht feststellen.
Die erste Quelle, aus der wir Kenntnis über die Handwerker schöpfenkönnen, ist wieder das Liechtensteinsche Urbar 1414. Es sind wohl in denwenigsten Fällen Handwerker als solche angeführt, da aber die Familien-namen, die aus der Beschäftigung ihrer Träger abgeleitet wurden, damalsim Entstehen begriffen waren, kann man in den meisten Fällen vom Per-sonennamen auf den Beruf schließen. So heißt z. B. ein Bewohner von Rin-gelsdorf Ruemhart Vischer, an anderer Stelle wird er Ruemhart der Vischergenannt. Da er außerdem die ganze Fischerei in Pacht hat, kann kein Zwei-fel an der Beschäftigung des Ruemhart bestehen. Desgleichen wird inHohenau ein Mann namens Mendel genannt, der an anderer Stelle unterden Fischwasserpächtern als Mendel Vischer aufscheint.
Die Berufsnamen, die wir unter den Hofstettern finden, bezeichnen alsoden Beruf ihrer Träger. Doch dürfte auch unter den Bauern mancher ,, Smid"oder„ Pinter" tatsächlich dieses Gewerbe ausgeübt haben. Wir verzeichnenaus verschiedenen Orten eine ganze Reihe solcher Namen; so z. B. in Ra-bensburg die Namen Choler( Kohlenbrenner), Wagner, Mulner, Cheser( Käsmacher), Pader; in Ringelsdorf Wagner, Sailer, Schreiner, Fragner( Kleinhändler), Schuester, Schefmann( Schiffer), Mulner, Vischer, Smid, Char-ner( Fuhrmann), Schintler( Schindelmacher)) und Rössel( Gerber von Roẞ-häuten); in Waltersdorf Schuester, Vischer, Pogner( Bogenmacher), Vogler( Vogelsteller), Sailer und Steinbrecher; in Palterndorf einen Oler, der Öl,Seife und Kerzen verkaufte, ferner einen Fleischhacker, Pinter, Pekh, Schue-ster, Mader( Mäher) und Prewer( Bräuer); ähnlich in Hausbrunn: Pinter,Lederer, Kramer, Schuester, Smid und Halter. Aus den Wüstungen Schön-straß und Rotenlehm sind uns die Namen Smid, Choler, Herter( Hirte),Charner und Lederer, ferner Wagner, Fleischhaker, Pinter, Hafner undLederer; in Altlichtenwarth Wagner, Sneyder, Weber, Fleischhaker, Cho-
108