tiere rote Maschen; das geschah auch beim ersten Austrieb auf die Weide.Bevor er aus dem Tor fuhr, machte er vor dem Gespann mit der Peitscheein Kreuz.
Das Bekreuzigen ist heute noch bei den verschiedensten Anlässen üb-lich: beim Abschied aus dem Vaterhaus, wenn es blitzt, beim Beginn einerbesonderen Arbeit; auch beim Anschneiden des Brotes werden auf der Rück-seite drei Kreuzeln, dem neugekauften Haustier wurde früher ein Kreuz-zeichen auf die Stirn gemacht.
Beim Mohnsäen geht man mit aufgeblähten Backen, damit die Körnerrecht groß werden, die Kürbiskerne legt man dann, wenn große Wolkenam Himmel stehen.
Zahlreich sind die Bräuche um das Hausvieh. Junge Tiere muß man vordem Beschrieenwerden schützen, weshalb man einem Lob stets das Wort,, unberufen"( neuroku) beifügen muß. War das Tier längere Zeit im Haus,trennt man sich schwer davon, daher reißt man ihm, ehe man es auf denMarkt führt, ein paar Schwanzhaare aus und läßt sie zu Haus. Es wird,meint man, dem Verkäufer leichter, wenn er nur etwas zurückbehält. Viel-leicht verband sich damit auch die Hoffnung, daß das Tier wieder zu-rückkäme.
Das Handeln müssen die Slowaken von den Juden und Zigeunern Glossar ::: zum Glossareintrag Zigeunerngelernt haben. So etwas von Zähigkeit und Ausdauer erlebt man nicht oft.Gewöhnlich geht es nicht ohne Trunk ab.( Aldamasch, trešunk Trank-schenk.) Der Vermittler erhielt das Schwanzlgeld". Mit dem Strick einesErhängten hieß es, kaufe man gut. Das gekaufte Vieh muß mit dem Hinter-teil zuerst in den Stall getrieben werden.
Die Hühnereier werden mit Weihwasser besprengt, ehe man sie derHenne unterlegt und dies Donnerstag zwischen elf und zwölf Uhr oder nachts.Man versuchte auf alle mögliche Weise, das Vieh vor bösem Einfluß zuschützen. Der Viehhalter galt zwar als unehrliche Person, die früher nichteinmal auf dem Friedhof beerdigt wurde, verstand er sich aber auf dasKurieren des Viehs, so konnte er sich großes Ansehen verschaffen. Freilichspielten bei seinen Kuren Beschwörungen und allerhand zweifelhafte Mittel( z. B. dürre Kröten) eine große Rolle.
Auch der Hausbau ist mit mancherlei Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum verbunden. Man legtz. B. eine Münze in die Grundmauern des Hauses, in Hohenau grub manfrüher einen Krug mit Milch unter der Dachtraufe des Kuhstalls ein. ZurDachgleichenfeier wird der Dachstuhl mit einem Firstbäumchen geschmückt.
4. Volksglauben
Hinter allem Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum stehen die erfahrungsbedingten, die magischenoder mythischen Vorstellungen des Volksglaubens. Manche mit spürbarpädagogischen Tendenzen, so etwa wenn es heißt, man solle die Tür nichtzuschlagen, das Kind nicht auf den Tisch setzen oder nicht mit Messer undGabel trommeln, weil das die Not herbeirufe. Alltäglichen Erscheinungenwurde und wird zum Teil heute noch besondere, mitunter orakelhafte Be-deutung beigemessen. Beim ,, Schnackerlstoßen"( scikut Schlucklauf) sagtman, es denke jemand an den Betroffenen. Singt es im Ofen, so sei diesdas Jammern einer armen Seele oder es künde sich Besuch an. Stolpert manüber eine Wurzel oder einen Stein, soll man umkehren und noch einmalüber die Stelle schreiten; man meint auch, es läge dort ein Jud begraben.
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