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Wenn die Felder abgeräumt waren, das Erdäpfelkraut verbrannt warund die große Einsamkeit auf den Fluren lag, begann das stillere Lebenim Haus. Der Meister gab seinen Gesellen das„ Lichtbratl", ein Festessenals Entgelt gewissermaßen für die nun kommenden vielen Arbeitsstundenbei künstlichem Licht. Was leuchtet dort über dem Bretterzaun für einGespenstergesicht? Aus Augen, Nase und Mund sprüht Feuer, es ist un-heimlich anzusehen! Doch fürchtet euch nicht! Es ist nur ein ausgehöhlterKürbis mit einer Kerze im Innern, den der Franzl auf den Zaun gesteckthat. Der Kukuruz wurde ausgelöst, und dabei gingen alte Geschichtenum: von Hexen und Geistern, von Rittern und Räubern, daß es den Jungenkalt über den Rücken lief. Wer den ersten roten Kolben( Doldn- kuasse)fand, konnte schlafen gehen oder anderwärts dem neben ihm sitzenden Mäd-chen einen Kuß geben. Heimlich wurde auch das„, Wazmandl" angefertigt,das dann die Mädchen an ihrem Fenster fanden.
An den langen Abenden geht auch das Federnschleißen an. Auch dawerden Geschichten erzählt, Rätsel geraten, es wird gesungen, undauf dem abschließenden Federhahn( fedrhon) wird gespielt und getanzt.Auch in den Spinnstuben ging es dereinst ähnlich zu; das aber ist schonhundert Jahre her, daß die Mädchen mit ihrem Spinnrad, die Burschen mitGeige und Dudelsack in bestimmten Häusern zusammenkamen und beiSpiel und Scherz die Wolle von eigenen Schafen spannen. Jetzt hörte manin den Scheunen auch den Dreitakt der Dresch flegel; Redensarten wie„ Derfriẞt wie ein Drescher!" oder„ ,, Drei Drescher, sechs Fresser" erinnern nochan den Appetit der Drescher.
Zu Allerheiligen gibt es die geflochtenen Allerheiligenstriezel, ein Ge-bäck, das auf ein ehrwürdiges Alter zurückblickt. Im Marchfeld flochten dieBurschen solche Striezel aus Stroh und warfen sie dem geliebten Mädchenaufs Dach ihres Hauses.
Am Vorabend des hl. Nikolaus stellen die Kinder heute noch die schöngeputzten Schuhe ins Fenster, damit der Nikolo( mikulaš) Äpfel, Nüsse undBäckerei einlege. Freilich findet mancher Bub am nächsten Morgen statt dererhofften Leckereien, ein Stück Kohle oder einen Roẞapfel mit einer Rutevor. So wie es ein reiches und ein armes Christkind gibt, gibt es auch einenreichen und einen armen Nikolo. Beide sind gleich streng, und wenn sie,oft in Begleitung des Teufels, kettenklirrend die Küche betreten, da be-kommt es der keckste Lauser mit der Angst zu tun und stottert zitternddas Vaterunser. Aus des Teufels Butte wird er aber dann meistens belohnt.Früher fanden an der Grenze am Nikolaustag Umzüge statt. Mit dem Nikologingen Schmiede, Schleifer( brusíči), Fleischer, der Tod, der Teufel, ein Bär,sogar eine ,, Hochzeit“ mit Braut, Bräutigam, Kranzeljungfern Glossar ::: zum Glossareintrag Kranzeljungfern, Pfarrer, Mes-ner und Ministranten.
3. Bäuerlicher Arbeitsbrauch
Bauernarbeit bedarf des himmlischen Segens mehr als jede andere. Dar-um besprengte die Bäuerin den Bauern mit Weihwasser, wenn er zur erstenAussaat aufs Feld zog. Vor dem ersten Sensenschwung kniete der Schnitternieder und rief mit ,, s panem bohem" Gott an. Die Sense wurde ebenfallsmit Weihwasser benetzt. Im Marchfeld, wo auch Deutsche aus der Slowakeizum Schnitt kamen, wurde dem Bauern ein Strauß um den Oberarm gebun-den. Fuhr der Bauer das erstemal aus, flocht er in die Schwänze der Zug-
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