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Am Sonntagvormittag gehen die Buben( Burschen) mit einer gefloch-tenen Weidenrute, dem Karabatsch, auspeitschen( šlahat) und die Mädchenmüssen sich mit einem gefärbten Ei( Rotsiá= rotes Ei) loskaufen, wofürsie sich am Montag revanchieren. Arme Leute färbten die Eier imKaffee. In der Slowakei, jedoch auch in Hohenau, stand die Kunst des Eier-kratzens in hoher Blüte. Beim„ Eierpecken" kann man Geld verlieren oderEier gewinnen. In Hohenau trugen die Kinder früher ein mit ausgeblasenenEiern und bunten Papierschleifen geschmücktes Fichtenbäumchen von Hauszu Haus und sangen ein Lied vom Brunnen und Sommer, dessen Text ver-schollen ist.
Am 1. Mai werden heute noch vor dem Wirtshaus oder dem Haus desBürgermeisters Maibäume aufgestellt. Früher galt diese Aufmerksamkeitauch dem geliebten Mädchen. Oft wurde der Maibaum versetzt, weshalbWachen aufgestellt werden mußten. In Landshut sah ich einmal einenWagen auf dem Dache eines Hauses, den die übermütigen Burschen in derMainacht hinaufgestellt hatten; dasselbe wurde mir aus Rabensburg
erzählt.
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,, Pred ducha nesleč s kožucha a po duchu bud v kožuchu"( vor Pfingstenschlüpf nicht aus dem Schafpelz und nach Pfingsten bleib drin) sagt derSlowake und drückt damit seinen Pessimismus in bezug auf das Sommer-
wetter aus.
Bei der Fronleichnamsprozession in Marchegg gingen die slowakischenLandarbeiter in einem langen Zug geschlossen mit. Die Deutschen steckenEichenzweige, die Slowaken Lindenzweige an die Fenster. Die Bedeutungdieses Zaubers ist nicht mehr bekannt.
Die Sonnwendfeuer, über die Burschen und Mädel sprangen, wurdenvon den Turnern wieder eingeführt, hie und da werden sie auch alsJohannisfeuer abgebrannt.
d) Sommer und Herbst
Die Kirchweihfeste fallen meist in den Sommer oder Herbst. Ist dasNamensfest des Kirchenpatrons im Mai, wie z. B. in Hohenau, da man wederZeit noch Lust zu Feiern hat, so wird der richtige Volkskirtag( hody) später,etwa zu Martini, gehalten, wenn die Arbeit getan und Gänsebraten undjunger Wein aufgetischt werden können. Bis 1914 wurde in Hohenau nochein dritter Kirtag, der Kaiserkirtag im Oktober, gefeiert. Der Kirtagstanzfand früher meist im Freien, vor dem Gasthaus statt. Hier wurde am Vor-tage die Musikbühne aus Ästen und Reisig mit den Tanzbäumen aufgestellt,eine Aufgabe der Burschenschaft, der„ Irtn", die aus ihrer Mitte zweiAltburschen wählte. Um 1900 trugen sie hohe Zylinderhüte. Der Kirtagbegann mit dem Ständchen, das den angesehenen Bürgern vor ihrem Hausgebracht wurde. Dabei wurde schon aus der maschengeschmückten Wein-flasche Wein kredenzt. Die nachmittägigen und abendlichen Tänze gingennach einer bestimmten Ordnung vor sich. Vor jedem Tanz wurde auf-gezogen", wobei die Tänzer mit ihren Partnerinnen im Kreise aufmarschier-ten, an der Spitze die zwei Altburschen oder ihre Vertreter mit Wein-flaschen, die unter dem Tusch der Musikanten von Paar zu Paar gereichtwurden. Es gab Tänze für die Altburschen, die Verheirateten, die Auswärti-gen und bestellte Solotänze. Bekannt ist der Spruch: ,, Halt aus, die Paas-dorfer tanzen!" Wehe nämlich, wenn sich in einen Solotanz ein Unbefugter
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