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an einem Strick zum Hochzeitshaus geführt; dort mußte einer mit ver-bundenen Augen versuchen, dem Hahn mit einem Säbel den Kopf abzu-schlagen. An Speisen und Getränken wurde an der Hochzeitstafel keines-wegs gespart. Ein am Spieß gebratenes Spanferkel galt früher als beliebtesHochzeitsessen. Dabei durften Geflügelsuppe, Lebersauce, Kuttelfleck( drstky), Kraut, Schweinsbraten und gekochte Dörrzwetschken nicht fehlen.Um Mitternacht endlich wurde der Neuvermählten das Kranzel abgenom-men und ein Tuch( früher eine Haube) umgebunden. Erst mit diesem Augen-blick übernahm sie die Würde und Pflichten der verheirateten Frau.
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c) Begräbnis
Die Totenbräuche im Grenzland zeigen, daß das Volk hier lange inVorstellungen von einer geradezu körperhaften Seele und dem Fortlebendes Toten befangen war. So hat man dem Toten ein Auge geöffnet, damitdie Seele entfliehen könne. Man brachte beim Eintritt des Todes das Pendelder Uhr zum Stillstand, verhängte den Spiegel, bewachte den Toten, steckteihm auch eine Münze als Fährgeld zur Überfahrt ins Totenreich zwischendie Finger, räucherte das Haus aus u. a. m. In der Slowakei gab man vorfünfzig Jahren noch manchem Toten Pfeife und Schnapsflasche mit ins Grab,ganz den vor- und frühgeschichtlichen Begräbnissitten entsprechend, wonachdem Toten in Töpfen Speisen und Trank und Habseligkeiten mancherleiArt ins Grab mitgegeben wurden; so auch bei den Slawen des 9. und 10.Jahrhunderts, obgleich sie um diese Zeit bereits christlichen Glauben an-genommen hatten.d
Große Bedeutung wird dem Segen des Sterbenden beigemessen. Ver-weigert er ihn, so wird es als Schmach für den Betroffenen empfunden. Sinddie Angehörigen nicht allzu sparsam, werden dem Toten die besten Kleiderangezogen, an der Bahre wird fleißig gebetet. Früher gab es bestimmteFrauen im Dorf, die dieses Amt ausübten. Bevor der Sarg zugenagelt wird,nehmen Verwandte und Bekannte Abschied, was sich am offenen Grabwiederholt.
Eigenartig muten die Gepflogenheiten beim Tod unverheirateter Ver-storbener an. Im Slowakischen heißt das Begräbnis eines ledigen Burschenbezeichnenderweise„ prohrebna svadba"( Leichenhochzeit), und tatsächlichähneln die Feierlichkeiten einer Hochzeit. In Hohenau gehen noch heuteeine Schar weißgekleideter„ Kranzeljungfern Glossar ::: zum Glossareintrag Kranzeljungfern", eine schwarze und eineweiße„, Braut" vor dem Sarg her. Bei einer„ Ledigenleich", heißt es, sollso viel ,, aufgehen", als gewöhnlich eine Hochzeit kostet. In Götzendorf erlebteich es einmal, daß bei einer solchen„ Leich" zwei Tage lang gegessen undgetrunken wurde und die Musik dazu aufspielte. Der Zufall wollte es, daßmitten in das nicht mehr ganz klangreine Spiel der angeheiterten Musikan-ten das„ Zügenglöcklein" einen neuen Todesfall ankündigte.
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2. Gebräuche im Jahreslauf
a) Weihnachten bis Dreikönig
Das Weihnachtsfest in der heute geläufigen Form mit dem Lichterbaumund dem Christkind als Gabenbringer hat in unseren Bereichen erst spätfußgefaßt, überhaupt bei den Slowaken; den Karpatenbewohnern war esum 1900 noch völlig unbekannt. Es ist jedoch interessant zu beobachten, wierasch sich mitunter neue Gebräuche durchzusetzen vermögen: 1927 steckte
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