Aus Orth stammt der Spruch:
Frau Muatterl, Frau Muatterl,die Krapfen san guat,
san gschmalzn, san gsalzn,
san nomal so guat.
Am Faschingsdienstag wurde der Fasching ,, begraben". Meist wurde eineStrohpuppe, manchmal auch ein Betrunkener, auf eine Leiter gelegt undunter mancherlei komischem Zeremoniell auf den Misthaufen oder insWasser geworfen.( Drösing, Eisgrub.)
Zu Agathe pflegten die Slowaken gewissermaßen den Winter auszu-treiben. Die Fenster wurden zum ersten Mal geöffnet und die Räumeordentlich gelüftet. Dazu sagte man:
Na Hatu žabu, šcure ven,svata Hata jede sem!
Zu Agathe Kröte und Schabe hinaus,die hl. Agathe kommt an!
,, Zu Greguri( 12. März)", heißt es ,,, stellt da Bauer die Mari( Mähre-Pferd) in die Furi( Furche)."
An Gertraud( 17. März) schnitt der Weinhauer einige Weinstöcke aus,als Opferhandlung gewissermaßen: Man entäußerte sich freiwillig einesBesitzes, um mehr Anrecht auf das übrige zu haben.
Am 1. April schickt man die Dummen wohin man will, etwa„ um Spena-delsamen und Haumiblau"!
c) Ostern bis Sonnwend
Am Palmsonntag werden überall noch die Palmkätzchen( Weidenzweige)geweiht, die an Stelle der Palmenzweige getreten sind, die beim EinzugChristi vor Jerusalem vor ihm getragen wurden. Drei der geweihtenKätzchen verschluckt man, damit man im kommenden Jahr auf Gottes Hilferechnen kann. Am Gründonnerstag muß etwas Grünes auf den Tisch kom-men, meist Spinat. Nun geht auch das Ratschen an, denn es heißt, dieGlocken seien nach Rom geflogen. Zu meiner Zeit ratschte man mit Hand-ratschen und klapperte mit hölzernen Klappern; heute sind alle Ratschen-buben mit fahrbaren Ratschen( tragačnici) ausgerüstet, die einen Höllen-lärm verursachen. Sie bilden zu dieser Zeit eine eigene Zunft mit Ober-und Unternattern( Anführern) und haben sich an strenge Vorschriften zuhalten. Genau ist der Ort bestimmt, wo die buntbekränzten Ratschen hoch-gehoben werden und der Gruß ertönt:
,, Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruß,den ein jeder Christ beten muß.Fallet nieder auf eure Knie,
betet ein Vaterunser, drei Ave- Marie,
daß euch Gott nicht verlassen wird."
Am Karfreitag gingen früher die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber in Hohenau vor Sonnen-aufgang zum Fluß und wuschen sich. Es ist der größte Fasttag des Jahres.Manche fasten bis nach der Auferstehung, dann aber wird ein doppeltgroßes Stück Geselchtes zugestellt. Am Sonntag werden Eier, Fleisch undKuchen geweiht. Auf nüchternen Magen iẞt man mit einem Hausgenossengemeinsam ein Ei; wenn man sich verirrt, heißt es, brauche man nur an denMitesser denken und fände man sich wieder zurecht. Die Erinnerung helfeauch, wenn einen ein Gespenst( mamenim- momo) schrecken wolle.
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