weder auf dem Dorfplatz noch auf dem Felde oder am Fluß. Die Kinderwurden so lang als möglich gestillt, vor allem dann, wenn sich die Frau vorneuer Schwängerung hüten wollte. Ich kannte eine Frau, die ihrem vier-jährigen Buben noch die Brust reichte. Die Gewohnheit, den Säuglingenin einem„, Zuzelfetzen" zerkauten Mohn zu geben, damit er besser schlafe,war früher allgemein.
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b) Hochzeit
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Die Verlobung spielte früher eine bedeutsamere Rolle als heute. DieEltern hatten dabei das gewichtigste Wort,„ namvula"( Verabredung)nannten sie deshalb auch die Slowaken. Das slowakische Mädchen gab ihremBräutigam( frajiru Freier) Maschen( mašli) für seinen Hemdkragen odereine Feder für den Hut, er hingegen kaufte seiner„, frajirku" ein Kopftuch( šatek) oder ein Halstuch( fertusku Vortüchlein). Beide verabschiedetensich am Sonntag vor der Hochzeit von den anderen unverheirateten Bur-schen und Mädchen des Dorfes. Die deutsche Braut buk dazu„ Beigel", einkipfelförmiges Gebäck, während der Bräutigam den„ Stupfwein"( oderJungferwein Glossar ::: zum Glossareintrag Jungferwein, von der ersten Lese des Jungweingartens) spendieren mußte.Heute ist von den Bräuchen vor der Hochzeit nur noch der„ Polterabend"am Vorabend üblich: das Geschirrzerschlagen soll dabei dem BrautpaarGlück bringen, andrerseits aber auch durch den Lärm das war wohl derursprüngliche, nicht mehr bewußte Sinn allenfalls übelwollende Geisterverscheuchen.
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Am Hochzeitsmorgen holte der Bräutigam die Braut aus dem Eltern-haus ab, was freilich nicht ohne Schwierigkeiten abging, Man versperrte dieTüre, versteckte die Braut, führte ihm nach langem Bitten erst eine„, falscheBraut"( falesnu), meist eine der Kranzeljungfern Glossar ::: zum Glossareintrag Kranzeljungfern nach der anderen zu, bisendlich die Richtige ausgefolgt wurde. Noch heute bittet die Braut vor demVerlassen des Elternhauses unter Tränen um den Segen, den die Eltern auchin aller Förmlichkeit gewähren.
Zur Trauung trägt die Braut, sofern sie noch Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau ist, einen Myr-thenkranz, der Bräutigam einen Rosmarinzweig. Dem Trauakt folgt einUmgang um den Altar, verbunden mit einem Opfer( ofera).
Auf dem Heimweg von der Kirche gab es früher mehrfach Aufenthalt:Die Burschen des Dorfes hatten mittels einer mit Maschen geschmücktenSchnur den Weg versperrt, alle Teilnehmer am Hochzeitszug wurden mitWein bewirtet, mußten aber auch dementsprechend zum Loskauf beitragen.Bevor das junge Paar das Hochzeitshaus betrat, wurde es verschiedenenPrüfungen unterzogen; man reichte z. B. dem Mann eine Hacke, damit erzeige, ob er mit diesem wichtigen Werkzeug umgehen könne, der Brauteinen Besen, mit dem sie vor der Türe kehren mußte. Von Rabensburg bisSierndorf besteht heute noch die Sitte, daß die Braut, bevor man sich zurTafel setzt, das Hochzeitsgebäck, die„ Brany", unter die vor dem Hauswartende Menge wirft. Zuerst wird der Hochzeitskuchen, ein geflochtenesRad mit vier Speichen, in drei Teile geteilt und jedes Stück in eine andereRichtung geworfen, dann folgen die kleineren Brany. Hier spendetopfert also die Braut, die wiederum unter den meist nützlichen, für denjungen Haushalt wichtigen Hochzeitsgeschenken mitunter eine Puppe findet
eine Anspielung auf den erwünschten Kindersegen. Dergleichen sym-bolische Handlungen kannte man, vor allem auf slowakischen Hochzeiten,mehrere. So wurde z. B. in Hohenau von den Burschen des Dorfes ein Hahn
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