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Die Nachbarschaft der Deutschen und Slawen an der March : kulturelle und wirtschaftliche Wechselbeziehungen im nordöstlichen Niederösterreich
Entstehung
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Kohlweißling, Schusterkneip" für Feuerwanze, Gudlgauer" für denTruthahn.

,, Ei da sitzt eine Fliege an der Wand!" wurde mit lauter gleichen Selbst-lauten gesprochen, z. B. A, da satzt an Flag an dar Wand!" usw. Beliebtsind heute noch die zungenbrechenden" Wort- und Satzgebilde, Schnell-sprechverse wie:

Rotjankerlter Jud, rotjankerlter Jud...

Hirsch heißt ein Mann...

Zwa zwieforige Zwirnknäulern...

Zwischen zwa Zwetschkanäst zwitschern zwa Schwalben...

oder ein Satz ohne Selbstlaute:

Stre prst skrz krk!( Steck den Finger durch den Hals!)

5. Volkslied

Daß auch die deutschen Grenzbewohner viel und gern gesungen haben,beweisen die vielen hier aufgezeichneten Volkslieder. So hat HeinrichWeigl allein in Ebenthal, Erdpreẞ, Spannberg und Götzendorf hundert-zweiundsechzig Lieder zusammengetragen, die teilweise noch vor dem erstenWeltkrieg dort gesungen wurden. Zum Teil sind es Lieder, die auchanderswo bekannt sind, z. B., Schön blühen Rosen, schön blühen Nel-ken..." ,,, Mein Schatz hat blaue Augen..." u. a., zum Teil auch solche, diesich auf die Marchgegend beschränken. Lieder aus dem allgemein- deutschenLiedgut wie Es blaset ein Jüngling..." oder Wenn ich ein Vögleinwär..." werden wohl von den Singgruppen der Vereine und Musikschulengepflegt, im Volke aber nicht mehr gesungen.

Die Mehrzahl unserer Lieder handelt von der Liebe.

Mei Herz is kloan,

dos kann neamd auftoan,als mei anziger Bui,der hot's Schlisserl dazui.

Erinnert das nicht an das mittelhochdeutsche Minnelied:

- Du bist min, ich bin din,

des solt du gewis sin!

Du bist beslozzen in minem herzen,verlorn ist das slüzelin:

Du muest immer drinen sin!-?

Freilich fehlt es mitunter nicht an Derbheiten, die mehr oder minderdeutlich auf das Sinnliche anspielen, oder an Schwermut, die etwa den Toddes Mädchens und das eigene Mißgeschick beklagt. Hier eine Aufzeichnungaus Dörfles( den zweiten Teil hörte ich in Hohenau):

Ach hättest du doch den verlassen,

den Reiter von der Straßen,

den Schreiber von Schloßhof,

so wärst du Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau noch.

Ach hätt das Feuer nicht so sehr gebrannt,

so wär die Lieb nicht zusammgerannt,

das Feuer brennt gar sehr,

die Liebe noch viel mehr.

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