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Die Nachbarschaft der Deutschen und Slawen an der March : kulturelle und wirtschaftliche Wechselbeziehungen im nordöstlichen Niederösterreich
Entstehung
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III. Sprache und mündliche Überlieferung

1. Die Sprache der Grenzbewohner

a) Deutsche Lehn- und Gebrauchswörter im

Slowakischen

Die Kulturbeziehungen zweier nebeneinander wohnender Völker spie-gelt vor allem ihre Sprache wider. Mit dem Austausch von materiellen undgeistigen Gütern übernimmt die Sprache deren Bezeichnung und sucht siesich mundgericht zu machen. Es entstehen die Lehnwörter. Natürlich wirdjene Volkssprache mehr solcher entlehnter Wörter besitzen, deren Trägervom anderen mehr Kultur übernommen hat, wir finden deshalb in derslowakischen Schrift- und Umgangssprache bedeutend mehr Wörter, die ausdem Deutschen stammen als umgekehrt. Die politische Unfreiheit und so-ziale Rückständigkeit der Slowaken, die ungünstige geomorphologische Glie-derung ihres Landes, ihre Zerrissenheit in Konfessionen, das Fehlen eineseigenen, bürgerlichen Mittelstandes und eines geistigen Mittelpunktes ver-zögerten lange die Erweckung des slowakischen Volksbewußtseins. ErstLudwig Stur ging in der Mitte des vorigen Jahrhunderts daran, daskulturelle Leben seines Volkes durch Schaffung einer Schriftsprache zuwecken und zu heben.

Wörter, die noch vor 1400 ins Slowakische übernommen worden sind 17):papež( Papst), farar( Pfarrer), almužna( Almosen), vánoce( Weihnachten),tatrman( Dodermann- Götzenbild); papír( Papier), krida( Kreide), okres( Kreis), purkrab( Burggraf), rota( Rotte), rytír( Ritter), hejtman( Haupt-mann), halpart( Hellebarde); ortel( Urteil), halír( Heller); cajch( Zeug),plech( Blech), parva( Farbe), trám( Tram), hoblík( Hobel), hák( Haken),šnura( Schnur), knajp( Kneip); kára( Karre), lány( Lehen); puda( Boden),komin( Kamin), cihla( Ziegel), truhla( Truhe), cícha( Überzug), hadra( Ha-dern, Fetzen), taška( Tasche), škopek( Schaff), kytle( Kittel), kukla( Gugel-Haube), čepic( Kappe), spendlík( Spenadel), knoflík( Knopf), perla( Perle);kuchyne( Küche), rendlík( Reindl), talír( Teller), žemle( Semmel), ryž( Reis),cukr( Zucker); malír( Maler); falešny( falsch), lotr( Lotter- Lump); škoda( schade), rada( Rat), chwile( Weile), musít( müssen), děkowat( danken),cibula( Zwiebel), vika( Feige), ruže( Rose); bažant( Fasan), kapon( Kapaun).

Diese kleine Auswahl zeigt uns gleich deutlich die Gebiete, auf denendie Slowaken Neues gelernt und damit die betreffenden Bezeichnungenübernommen haben, also Kirche, Schule, Verwaltung, Heerwesen, Recht,Handwerk, Kleidung, Eigenschaften abstrakte Begriffe, Pflanzen, Tiere.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts kamen u. a. folgende Wörter zurAufnahme: linie( Linie), kanclar( Kanzler), holdovat( huldigen); puška( Büchse), šable( Säbel); halda( Halde), drát( Draht), letovat( löten); fura( Fuhre), šrot( Schrot); táflovany( getäfelt), par( Paar), vandrovat( wandern);lampa( Lampe), putna( Butte), plundry( Plunder), samet( Samt); trychtyr( Trichter, auch trachter, aus der Mundart übernommen), rosinky( Rosinen),

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