( Kröte), Hovato( Vieh), Darebak( Nichtsnutz), Hnup( dummer Kerl), Skop( Schaf), Bibol( Büffel), Drdlo( Stößl) sind typisch slowakisch.
Der Sinn mancher Schimpfwörter ist verdunkelt, z. B. von„ Mamlas"oder„ Töllengel".„ Prcek( Pforzerl)" und„ Banikarte( Bankert)" habeneinen Bedeutungswandel erfahren und gelten als Koseworte. Das„ Götz-zitat" dürfte international sein!
c) Zauber und Segen
Beschwörungsformeln nach Art der bekannten althochdeutschen ,, Merse-burger Zaubersprüche" waren wohl auch bei uns im Schwange, nur ist unsleider wenig davon überliefert. Reste finden wir noch im Slowakischen. Sosagt einer, der seine Flechten( Krätzen) loswerden möchte:
Lisaj, lisaj, nelisaj!
V patek maso nejidaj,
v patek maso žide jedca,nech mi aj ten lisaj zedca!
Oder gegen das Fieber:Vidím ponajprv na uze kvet,abych nemeu hodonku,až bude na uzi led!
Flechte, Flechte, keine Flechte!
Am Freitag iẞ kein Fleisch,
Am Freitag essen nur Juden Fleisch,sollen mir auch die Flechte nehmen.
Ich sehe auf der Wiese eine Blume,daß ich doch kein Fieber hätte,bis auf der Wiese Eis liegt.
Mein Vater, ein alter Kurschmied, wußte noch einen Zauberspruch, dereine Warze„, wegzaubern" konnte. Er hatte großen Zulauf deshalb; leiderkann ich mich an den Wortlaut des Spruches nicht mehr erinnern. Ich weißnur, daß bei der Zeremonie Strohknöpfe, Zwiebelsaft und Zwirnschlingeneine Rolle spielten. Ob der Zwiebelsaft oder das felsenfeste Vertrauen derWarzenbehafteten den Schönheitsfehler zum Verschwinden brachte, solldahingestellt bleiben. Jedenfalls gab es kaum einen Miẞerfolg.
Bei störrischen Pferden wandte mein Vater einen mir unverständlichenSpruch an, den er dem Pferd ins Ohr raunte. Es werden weniger die Worteden beruhigenden Einfluß ausgeübt haben, als der zwingende Ton seinerStimme. Ich vermute, daß der Spruch auf den in der Groß- Schützener„ Roẞ-arznei" enthaltenen Schmiedspruch zurückgeht:
,, Stehe still, Ross, alss der Judt,
da vnser Herr sprach:
, Stehe still Biss an den Jüngsten Tag!""
Dazu die Anweisung:„ Sag ihms in daz Rechte ohr, mach mit dem rechtendaumben ein Creitz."
Diese„ Roßarznei“ ist in einer Handschrift vom Anfang des 17. Jahr-hunderts erhalten, die nachgewiesenermaßen bis auf das RoẞarzneibuchMeister Albrants, des Schmiedes und Marstallers Kaiser Friedrichs II.zurückgeht. Sie wurde auf Veranlassung des Grafen Kollonitsch in Groß-Schützen geschrieben 62) und enthält interessante, ortsbedingte Zusätze, soz. B. einen„ Pferdesegen", mit dem die Krankheit in einen Sumpf ver-wünscht wird:
,, Alss vnser Lieber Herr vnser Erdtreich umbging, dass er seyne LiebeSprichlein( gemeint sind die Segenssprüche) vnter ihme liess, dass Meine
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