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Die Nachbarschaft der Deutschen und Slawen an der March : kulturelle und wirtschaftliche Wechselbeziehungen im nordöstlichen Niederösterreich
Entstehung
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zweisprachige Flurnamen, ein Beweis für das ehemalige Vorherrschen desdeutschen Namengutes links des Flusses: Zagel", Uhsy oder Mays- See"( gegenüber Drösing), Schilfert, Schönfeld"( gegenüber Waltersdorf),,, Stocker See"( gegenüber Jedenspeigen), Szeker Fluß?"( ein Altwasser, vonSekule bis Groß- Schützen), Brucksee"( gegenüber Stillfried), Eisgrube",,, Hicht- Sterg- Wald", Grubische Wiesen"( bei Dimburg), Birnval",, TodterWald", Felber Eck", Obere Au"( gegenüber Zwerndorf), Oblas"( Ablaß),,, Beingartl", Untere Au, Sieglandt"," Wolfsee Insul"( gegenüber March-egg) ,,, Brachfeld", Vampyl- bühel"( bei Malacka) u. a. m.

d) Hausnamen

Die Numerierung der Häuser ist eine verhältnismäßig junge Einfüh-rung( 1771). Vorher half man sich bei der Bezeichnung eines Hauses mit derAngabe eines oder beider Nachbarn, z. B. 1715,, das Neben Michl Swaczinaund Tobias Schatlak ligende Hauer Heyssel dess Jacob Otruba". JedesHaus hatte aber im herrschaftlichen Grundbuch seine eigene Nummer; waslag näher, als auch das Haus in der Straße mit einer Nummer zu versehen?Die alleinstehenden Höfe hatten immer schon einen Namen, und zwarentweder nach einem früheren Besitzer, z. B. Fazzihof" bei Hohenau,,, Salmhof" bei Marchegg oder nach dem verödeten Dorf: Ebersdorfer Hof",,, Wimmerhof" bei Jedenspeigen, Helmahof" bei Deutsch Wagram; nach derLage: Dubrawahof"( Eichhof); nach dem Alter: Neuhof"; nach dem Zweck:,, Schafflerhof", Ochsenhof, Stutenhof" u. a. oder nach besonderen Merk-malen: z. B. der Hof ,, Siehdichfür"( Erinnerung an die Unsicherheit derGegend in früheren Zeiten). Manchmal wurde auch das eine oder andereHaus im Ort mit einem eigenen Namen bezeichnet, wenn es durch eineBesonderheit des Aussehens oder Zweckes hervorstach. So heißt z. B. inHohenau ein Haus Waldamt", obwohl es schon hundert Jahre nicht mehrseinem Zwecke dient, der Sitz der Verwaltung für die fürstlichen Waldun-gen zu sein; ebenso ,, Jägerhaus"( Nr. 120), Kowarna"( Gemeindeschmiede),,, Judenhäuseln"( alte Nr. 47-52, neue 10, 12, 18), die auch schon lange nichtmehr ihrem Zwecke dienen.

Den seltenen Fall, daß alle Häuser des Ortes einen Namen hatten,finden wir in Loimersdorf im Marchfeld. Auch hier hat meist ein ehemaligerBesitzer dem Haus den Namen gegeben oder der Beruf eines Besitzerswurde zum Hausnamen oder es diente seine Gestalt oder Lage zur näherenKennzeichnung. Diese kroatische Namensgebung zeigt auch, wie die nichtwenigen deutschen Personennamen mundgerecht gemacht wurden. Manbeachte den Hausnamen, Starogarichter"( erster Teil kroatisch, zweiterdeutsch: das Haus, in dem der alte, bzw. der frühere Richter gewohnt hat).Auffallend ist auch, daß der Zischlaut cz= tsch, der so vielen kroatischenFamiliennamen eignet, beim Hausnamen durch tj ersetzt wird. Das Hausdes Spitkowitsch heißt ,, Spitkowitjevi", während die deutschen und slowa-kischen Namen mit der Endung-ovi zum Hausnamen umgeprägt wordensind: Jurglovi"( Haus des Jörg). So heißen die Häuser in Loimersdorf:

1. Kolarovi( kolar Wagner), 2. Medoschovi, 3. Nikowitzjevi, 4. Baja-vovi( Bayer), 5. Holzmanovi, 6. Jandracevi, 7. Schneidrovi, 8. Radikovic,9. Matteschitjevi, 10. Arbesovi, 11. Stralovi( Strau), 12. Kauschitjevi,13. Kremaritjevi( Wirtshaus), 14. Edrovi, 15. Schustrovi, 16. Hussarovi,17. Micholovi, 18. Schimonjevi, 19. Starogarichter( Altrichter), 20. Spitkowit-

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