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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
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ren Sinne, nämlich der Jochdeichsel für die Rinderbespannung, zu unterscheiden. Vonbeiden haben sich leider sowohl aus unserer Aufzeichnungstätigkeit wie auch in denMuseumsbeständen oder in der Sachüberlieferung überhaupt nur vereinzelte, meist un-vollständige Reste oder Aufnahmen erhalten, deren Bestände aber dennoch ein Ge-samtbild ermöglichen, das hier mit gewissen Vorbehalten bezüglich mancher wichtigerDetails wie etwa der Bauweise der Pflugräder( blochräder) gegeben werden soll.

Nach den rezenten Sachbeständen kennen wir aus dem Nockgebiet im Gegensatzzum Vorschneidpflug( reißeisn) nur Arln mit Vorkarren. Deren Zugvorrichtung be-stand für Rinderbespannung mit weitständigen Bau- oder Leitenjochen"( Genickjochen)aus einer einfachen Jochdeichsel, deren Zunge mittels eines Eisennageln im Maul desZungenholzes eingehängt war und genügend Spiel hatte. Vermutlich gab es jedochauch ältere Anspannverbindungen zwischen Deichsel und Karrenzunge, die leider nochnicht erhoben werden konnten. Achsholz und Rumpf des Vorkarrens sind mitein-ander meist durch von unten her eingebohrte lange Holznägel verbunden, oft auchmittels eiserner Bandschellen verstärkt. Sie bilden das Gestell oder die Schåln" mitdurchgehender hölzerner Achse, auf der ein verhältnismäßig niedriges Sattelholz mitleicht ausgerundetem Sitz für den Vordergrindel als Rumpf aufgesetzt ist. Zwischenbeiden ist, senkrecht dazu, das vierkantige und meist blockförmige Zungenholz mitt-lings eingekämmt, dessen Vorderende in einem tiefen Maul gespalten ist und die Joch-deichsel aufnimmt. Auf die äußeren Achsstücke wird beiderseits ein Bauradl" auf-gesteckt und mit einem hölzernen oder eisernen Vorstecknagel( luner) festgehalten. Diebeiden Räder galten beim Radvorgestell der Arl so wenig wie sonst bei Karren undWagen als fixer Bestandteil, sondern wurden beliebig abgenommen und ausgewechselt,doch erst sie komplettieren das Gestell zum Årlgröt" oder Wagele". Die sogenann-ten Bauradl" waren in der Regel kleiner und schwächer als Wagenräder, unterschiedensich aber kaum von den achtspeichigen Rädern der Bergkarren( gråtn), die durchwegsmit Schienen beschlagen" waren. Einzelne Funde von altartig konstruierten Kreuz-speichenrädern im Nockgebiet, die hier Blochräder" genannt werden, scheinen jedochnoch auf einen älteren Gebrauch solcher Formen des Baurades" in Verbindung auchmit unseren Ackergeräten hinzuweisen, wie wir diese beispielsweise auch noch vor kur-zem bei Bergpflügen im unteren Eisacktal( Lüsen, Villanders) feststellen konnten( vgl.Abb. 13, Fig. A und B). Neben der langen und durchgehenden Jochdeichsel mit zweiversetzten Setzlöchern" zur Jochanspannung gebrauchte man jedenfalls auch kürzere,einfach gelochte Vorspanndeichseln mit Anschlußkette.

Die Beispiele

5.1 Federarl( årl, bauårl) aus Altersberg, Gem. Trebesing, äußeres Liesertal( Nr. 29); aufgenommen vom Verfasser im Juni 1970 beim vulgo Mörtbauer Nr. 6( Abb. 14, Fig. 1 bis 4).

Bei einer Nachfrage nach Pfluggeräten aus vorindustrieller Herkunft fand ich imSommer 1970 auf dem Dachboden des alten Wohnhauses beim vulgo Mörtbauer inAltersberg drei einander sehr ähnliche hölzerne Gerippe unseres Arltyps, die jedochoffensichtlich verschieden alt waren. Das hier beschriebene Gerät war etwas kleiner alsdie beiden anderen, wurde mir jedoch als das älteste" dieser Bauarln bezeichnet,wie es sich dann auch beim Vergleich des Zustandes der Geräte alsbald herausstellte. Alledrei Arln waren leider nicht mehr komplett erhalten. Bei dem hier zunächst angezogenenExemplar fehlten das Radvorgestell und die eisernen Arbeitsteile, nämlich sowohl dieSchar als auch das Sech, für das jedenfalls ein entsprechendes Stemmloch am Grindelvorhanden war.

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