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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
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Wie bei den meisten Arln der Alpenländer kann diese Regelung der Furchentiefebei der Nock- Arl auf drei verschiedene Arten erfolgen, die jeweils immer am Grindelansetzen, aber je nach den Umständen an dessen Vorder- oder Hinterende bzw. an derVerbindungsstelle desselben mit der Griessäule vorgenommen wurden. Eine solche ein-malige und gröbere Einstellung der Arl wurde zunächst durch die entsprechende Ver-keilung des Hintergrindels in der Sterze wie auch durch Änderung der Höhe des Ein-spannpunktes am Vordergrindel, d. h. durch Verschiebung des Zugpunktes entlangdessen vorderem Ende erreicht, und zwar mit Hilfe der dort befindlichen Anhängevor-richtung und des Verbindungsgliedes zum Radvorgestell( s. Abb. 12, Punkt 1 und 2).Wichtiger noch scheint bei unseren Geräten die in ihrem Grindelsitz umsteckbar oderstufenlos verstellbar befestigte Griessäule gewesen zu sein, womit man den Neigungs-winkel von Sohle bzw. Pflughaupt direkt verändern und auch während der Arbeitetwa zur Anpassung an die Bodenverhältnisse regulieren konnte( Abb. 12, Punkt 3).In Kärnten scheinen dafür drei nacheinander aufkommende mechanische Vorrich-tungen zur Fixierung der Griessäule üblich geworden zu sein. Zunächst suchte mandiese durch Querpflöcke zu erreichen, die unterhalb des Grindels in Lochungen derGriessäule gesteckt wurden, welche in deren oberem Drittel stufenweise versetzt ange-bracht waren( s. Abb. 11, Fig. 2 und 14). Diese Regelung wurde später mechanisch da-durch verbessert und erleichtert, daß man nur an der Oberseite des Grindels einenQuerstift anbrachte und daran die Griessäule samt dem Pflughaupt mittels einer hebel-artigen Stange von der Sterze her absenken oder anheben konnte, sodaß die Arbeits-tiefe also mit Hilfe dieser Hebstange", deren Hinterende in verschieden hoch ange-brachte Kopfnägel oder Stifte an der Hintersäule einrastete, verhältnismäßig leicht zuregulieren war( vgl. Abb. 11, Fig. 9 und 15, dazu Abb. 3) 140. Anscheinend noch spätergelangte man zur Verwendung des sogenannten Hebschraufens", einer Art vonSchraubzwinge, die an Stelle der vorgenannten Hebstange" auf die Griessäule aufge-setzt und gleichfalls von der Hinterseite des Gerätes aus an einer Kurbel betätigt wer-den konnte. Eine solche Vorrichtung ist mir zwar aus dem engeren Nockgebiet seltenin Erinnerung, wohl aber findet sie sich geradezu regelmäßig bei den sogenannten" Bauarln" östlich davon in Unterkärnten 141( s. Abb. 25 u. 28). Die Arln des Inner-kärntner Nockgebietes entsprechen mit dieser Einstellvorrichtung einer umsteckbarenoder verschiebbaren Griessäule mithin dem sogenannten Goslatz"-Typ 142, zeigen alsoauch darin bis zu einem gewissen Grad ein wichtiges Leitmerkmal, das sie jedoch ehermit den Arln Unterkärntens verwandt erscheinen läßt.

8. Die Bespannung

Einer vorweg zusammenfassenden Darstellung bedürfen unsere Arln aus dem Nock-gebiet Kärntens schließlich noch hinsichtlich der Art ihrer Bespannung. Bei dieser wie-der haben wir das Radvorgestell oder den Vorkarren von der Zugvorrichtung im enge-

140 Siehe Oswin Moro, Volkskundliches, S. 255, Fig. 1-2; H.-C. Dosedla, Pflug undArl in Österreich,( OVA Lfg. 6/1), Kommentar S. 69; H. Koren, Pflug und Arl, S. 37 f. undAbb. 7, S. 249.

141 K. Rham m, Beiträge II/ 1, Taf. II, Fig. 7; H. Koren, Pflug und Arl, S. 37 undAbb. 8, S. 249( in Kärnten häufig"!).

142 S. Hanns Koren, Pflug und Arl, S. 248 f.: Sein Hauptmerkmal ist, daß er imGrindl nicht festgemacht ist, daß vielmehr dieser mit Hilfe von Zapfen, die durch eines dervielen Löcher im oberen goslatz versetzt werden können, bald höher, bald tiefer im goslatzeinrastet. Dazu ist es natürlich auch nötig, daß der Grindl im Sterzenbaum nicht festsitzt...( S. 249).

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