gensatz zur gestreckt- geraden, baumartig- rudimentär wirkenden Form des Grindels beiden Arln in Unterkärnten, der Steiermark wie großenteils auch in Slowenien 136 istdie hinter der Griessäule nach unten abschwingende und mit einem Knick zur Sohl-parallelen zurückkehrende Zurichtung des Grindels bei den Arln unseres Betrachtungs-raumes nicht zu übersehen. Sie muß als ein weiteres Leitmerkmal für diese gelten, wobeigegenüber den meisten europäischen Pflügen mit geknicktem oder gekrümmtem Grindelihre Besonderheit darin besteht, daß bei der Nock- Arl Krümmung und Knick des Grin-dels nicht vor, sondern stets hinter der Griessäule liegen 137. Dieser Umstand hatnamentlich in typologischer Hinsicht einige Aussagekraft, da sowohl Form als auchDimension des Grindels wie bei keinem anderen Gerippeteil der Arl auch funktionalenAbhängigkeiten unterliegen.
Nach ihrer Länge messen die Grindel der von uns angezogenen Gerätebeispiele180 bis 260 cm. Ihr Vorderteil ist rundwälzig, seltener vierkantig zugerichtet, geht aberan der Griessäule in einen stark hochkantigen Querschnitt über, wobei er gleichzeitigeine schenkelartige Krümmung nach unten macht und sich nach einem mehr und weni-ger deutlichen Knick nach hinten zu in einer schmäler werdenden Stange fortsetzt, diedurch den Keilschlitz des Hinterbaumes hindurchgeführt wird. Das Hinterende desZuggrindels senkt sich also immer etwas zur Sohle hin, vermeidet jedoch die Linien-führung des sogenannten Krümmelpfluges 138, indem diese mit einem oft deutlich aus-geprägten Knick zur ursprünglichen Zugrichtung des Vordergrindels zurückkehrt( s.Abb. 3). Das von uns angezogene Beispiel einer Arl aus St. Oswald( Nr. 37) zeigtdiese Besonderheit der Grindelzurichtung am ausgeprägtesten. Es scheint diese Eigen-art allerdings mit zunehmender Randlage oder Entfernung von unserem Kernbereichder Ringhöfe sichtlich abzunehmen. Das abgesenkt ansetzende hintere Zugende des Grin-dels dieser Arln hängt funktionell mit einer verminderten Einzugskraft derselben zu-sammen, d. h. es entspricht eher einer flachen und seichtgängigen Wirkungsweise analogzur Zurichtung des Pflughauptes dieses Gerätes.
7. Die Einstellvorrichtungen für die Arbeitstiefe
Das führt uns an einen weiteren, für die Beurteilung von Pfluggeräten wesent-lichen Fragenkomplex heran, nämlich den der Einstellvorrichtungen fürdie jeweils gewünschte Arbeitstiefe unserer Geräte 139. Dazu ist zu sagen, daß so-wohl die Arbeitstiefe wie die Arbeitsbreite beim Pflug von mehreren und ganz ver-schiedenen Umständen abhängen kann. Dazu gehören u. a. auch Größe und Schwereder arbeitenden Teile des Pfluges oder der Arl, Zahl und Stärke der verwendetenZugtiere und nicht zuletzt eigens dafür vorgesehene Einstellvorrichtnugen am Gerätselbst, mit denen insbesondere dessen Arbeitstiefe, d. h. die damit zu erreichende Fur-chentiefe und-breite reguliert werden kann.
136 Vgl. die Abbildungen bei Boris Orel, Ralo na Slovenskem, ebenda passim; die hierfallweise doch auch abgesenkten Hintergrindel sind freilich nicht zu übersehen, wenn auch be-deutend seltener( z. B. Arl aus Ludmannsdorf/ Bilčovs, westliches Sattnitzgebiet; B. Orel,a.a.O. XIV, 1961, Tafel I, Abb. 1).
137 Deutlicher tritt diese Besonderheit im Zuschnitt des Grindels etwa bei einem Vergleichmit den Konstruktions- Typen vierseitiger Pflüge hervor, wie sie Branimir Bratanić, Oraćesprave u Hrvata, Zagreb 1939, p. 21, sl. 4B, zusammengestellt hat.
138 Vgl. diesen bei Paul Leser, Entstehung und Verbreitung des Pfluges², Münster i. W.1931( 1970), S. 471 ff.; A. G. Haudricourt J.-Br. Delamarre, L'homme et la
charrue, Paris( 1955), p. 77-83 und 224-238( l'araire chambige).
139 Dazu vgl. jetzt H.-C. Dosedla, Pflug und Arl in Österreich( OVA, Lfg. 6/1),Kommentar S. 67-69.
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