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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
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zumindest für die nördlichsten Vorberge der Gailtaler Alpen zwischen Töplitsch undZlan, also im Bereich des Unteren Drautales, auch südlich der Drau eindeutige Einzel-spuren von Ringhöfen feststellen. Solche Hofanlagen aber waren noch bis vor kur-zem in den ausgedehnten Streusiedlungen der Berghänge des Mirnocks für diesen Tal-abschnitt der unteren Drau allgemein nachzuweisen 127. Während aber dieser Abschnittnördlich der Drau wenigstens durch einige Pflugfunde( vgl. Nr. 3, 33 u. 35) für denhier untersuchten Verbreitungsraum der Nock- Arl gesichert erscheint, ist die Landschaftsüdlich der Draulinie mit ihren alten und wichtigen Übergängen ins Gailtal( Stocken-boi- Gassen, Kreuzen, Rubland) haus- und gerätekundlich leider kaum erforscht. Siemuß daher für unsere Fragestellung offen bleiben und stellt ein weiteres und notwen-diges Desiderat zukünftiger Feldforschung dar.

Unsere abschließende Verbreitungskarte zur Arl des Nockgebietes( Abb. 32) kanndaher in ihren westlichen und südlichen Randfeldern und Grenzmarkierungen und da-mit in ihrem Gesamtverhältnis zu den übrigen Pfluglandschaften Oberkärntens nichtals so fundiert gelten wie an ihren haus- und gerätekundlich entschieden deutlicher undgesicherter vermerkten Ostgrenzen 128.

Es bleiben zur Festlegung unserer Arlform aus dem Nockgebiet nun noch jene wei-teren Einzelkriterien übrig, die wir als besondere Pflugmerkmale an dieser selbst ausunserem Dokumentationsmaterial ableiten und für zukünftige Vergleichsforschungen be-reitstellen können. Als solche betreffen diese bei der Nock- Arl vor allem folgendeEinzelheiten:

d) die Schar, den sogenannten Arling";

e) die Sohle und ihre Zurichtung;

f) den Grindel( bam, årlbam) und seine Zurichtung.

Zu diesen sei wieder folgendes vorweg zusammenfassend herausgestellt:

4. Die Schar( der Arling)

Zu d) Die Schar( arling) der Arl im Nockgebiet ist durchwegs eine symmetrisch-gleichseitige Achselschar mit leicht gekrümmten Schneidflächen. In Anlehnung an dievolkssprachliche Namengebung bezeichnen wir sie auch als Arling 129. Sie besteht

derselbe, Artikel Volksordnung und Volksgut. In: Handwörterbuch des Grenz- und Aus-landdeutschtums III( Anhang), Breslau 1940, S. 607; Franz Pichler, Die letzten Ringhöfebei Villach. In: Car. I 1951, S. 267-276.

127 So konnten wir die Reste solcher Ringhofanlagen im Lauf der letzten Jahrzehnte inGlanz, Gschriet, Mooswald und am Amberg, ferner in Zlan und bei Töplitsch südlich der Drausowie in Oberwollanig bei Villach mit Sicherheit feststellen. Beim vulgo Köfler am Ambergstand bis vor kurzem einer der ältesten mir bekannt gewordenen Ringhöfe mit der Jahrzahl1639 am Scheunentor eines der Blochstadl".

128 Vgl. dazu Anm. 64 oben.

129 Vgl. unsere Abb. 10, Fig. A. Zum sprachlich- lexikalischen Problem unserer Namenfür die Pflugschar( arling wagensun pflugeisen) vgl. Hanns Koren, Pflug und Arl,S. 222-237. Zur sachlichen Umschreibung vgl. Oskar Moser, Die Stangenarl", in: Festschr.Wilhelm Hansen, Münster i. W., 1978, S. 142, Punkt 2. Da es sich um einen nach Form undFunktion wie auch nach der Machart sehr eigenständigen Typ von durchwegs symmetrischenPflugscharen handelt, empfiehlt sich die Verwendung des populären Namens Arling" auch inder Fachliteratur; in ähnlicher Weise hat Ulrich Bentzien, Haken und Pflug, Berlin 1969,S. 35-39( S 4), für die Schar des Mecklenburger Hakens die Bezeichnung Hakeisen" aus dervolkssprachlichen Nomenklatur übernommen( ebenda S. 35). Zum Wort Arl und Arling"selbst vgl. Rudolf Meringer, Wörter und Sachen II. In: Indogerman. Forschungen 17,Strassburg 1904/05, S. 123, Pkt. 28.

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