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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
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Bevor wir jedoch in diese für uns immerhin wichtige Erörterung eintreten, sollenzweckmäßigerweise noch die einzelnen Konstruktionsteile der Arl festgelegt werden,soweit diese nach Angaben der bisherigen Gewährsautoren beobachtet und beschrie-ben sind. Immerhin wurden dadurch zumindest einige Pflugteile soweit näher bestimmt,daß wir daraus für unsere Untersuchung einigen Nutzen ziehen und eine gewisse Hilfeerwarten können, sowenig systematisch man dabei auch im einzelnen vorgegangenist. So ergeben sich insbesondere bei Karl R hamm für die Grundform der Arl Inner-kärntens und des Nockgebietes folgende wichtige Details:

a) die Zurichtung und Ausbildung der Sterze betreffend;

b) die vorherrschende Benennung des Arlgrindels als baum";

c) die Ausbildung und Benennung bestimmter Formen der Streichvorrichtung( en) an derArl.

1. Die Sterze

Zu a) Rhamm trifft in seinem bereits angezogenen Exkurs über den südbaju-varischen Hakenpflug( die Arl)" die Feststellung: Die kärntnerische årl hat einen ein-fachen Hinterstock( mandl), der öfter in einen Knopf ausläuft; die Hörner sind mirnicht vorgekommen, statt ihrer findet sich häufig ein von hinten eingesteckter Stab,der aber weniger zum Führen des Gerätes dient als zum Herausheben" 99. Das hatsich schon oben bei unserer Besprechung der Riß- Typen bewahrheitet und trifft ebensofür die Arln unseres Gebietes ausnahmslos zu, ja dieses Formkriterium und Funk-tionsmoment bleibt großenteils auch in Geltung, wenn wir über das eigentliche Nock-gebiet hinaus in andere Pfluglandschaften Ober- und Unterkärntens kommen 100. Aller-dings gilt seine Verbindlichkeit in unserem Umfeld uneingeschränkter als sonstwo.Die meist steilgestellte, nur wenig gekrümmte Hintersäule, die nach obenzu deutlichabnimmt und in einen abgesetzten Knauf als Handhabe endigt, ist mithin ein erstesLeitmerkmal unserer Geräte, auf das bereits Rhamm um 1900 hinweist. Oswin Morobestätigt dies aus St. Oswald zurecht folgendermaßen:

"... hinten ragte der in einem Knopf endende, Arlhabl'( oder Håndhåb') empormit einem hölzernen, Nagele' etwa in der Mitte, bei dem man angriff, wenn mandie Arl beim, Ort'( Ackerende), umferhöbm'( herumheben) mußte." 101

2. Der Grindel( Arlbaum)

Zu b) Die Aufnahmen Oswin Moros 102 bestätigen Rhamms lapidare Fest-stellung: Der Grindel heißt( sc. bei der Arl) überall baum" 108. Dieser freilich wider-spricht sich damit insoferne, als er selbst zumindest für das Mölltal die Existenz dersogenannten Stangenarl" ansetzt, deren Jochgrindel immer štången" heißt 104. Schwe-

99 K. Rham m, S. 987.

100 Mit Recht sagt Hanns Koren, Pflug und Arl, S. 213: Ein Charakteristikum derArl in Kärnten ist die Gestaltung des Sterzenbaumes, der hier- mandlmeistens

genannt

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in einem Knopf endigt und von rückwärts einen Stab eingesteckt hat"; vgl. unsere Bauarl"aus Pirka bei Meiselding unten Abb. 25 und aus Gunzenberg Abb. 26. Für Oberkärnten sieheOskar Moser, Die, Stangenarl' Ein Pflugtyp in den südlichen Alpenländern. In: Museumund Kulturgeschichte. Festschr. für Wilhelm Hansen, Münster i. W. 1978, S. 142 und Abb. 1.

101 O. Moro, Volkskundliches, S. 258.

102 O. Moro, ebenda S. 255, Fig. 1 e und 2 e, und S. 256.

103 K. Rham m, Beiträge II/ 1, S. 987.

104 Oskar Moser, Die Stangenarl"( wie Anm. 100), S. 142 und passim. K. Rha mm,Beiträge II/ 1, S. 986.

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