bis in das untere Gurktal und Gurker Bergland( Nr. 17 und 19), ja noch weiter bisin das Metznitztal und in dessen Seitengräben( Nr. 13-16) ausstrahlt 69.
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An den Rändern dieser Kernlandschaft des einfachen Stangenrisses, d. h. bereitsaußerhalb des eigentlichen Nockgebietes stellen wir aber nun andere, erweiterteRiẞ Typen fest. Sie markieren gleichsam von außerhalb und in unverkennbarerWeise die Grenzen unserer Pfluglandschaft. Wir müssen daher diese Grenznach-barn schon zum Zweck einer hinreichend deutlichen Unterscheidung und Absetzungder hier behandelten Pfluglandschaft wenigstens kurz besprechen, zumal ja auch dieseder bisherigen Pflugforschung kaum bekannt geworden sein dürften.
3. Der Sohlenbogenriẞ: Während der einfache Stangenriẞ den kräfte-mäßig am stärksten beanspruchten, arbeitenden Teil, nämlich das„ Reißmesser", ähn-lich wie der gewöhnliche hölzerne Beetpflug das Secheisen durch eine Halterung führt,die lediglich aus einem schlitzartigen Stemmloch mit Verkeilungen und Bandverstär-kungen am Zugbaum selbst besteht, hat man dessen Sitz und Befestigung in manchenFällen dadurch verbessert, daß man die Gerippekonstruktion so erweiterte, daß diesestabiler und sicherer wurden. Allerdings läßt sich heute kaum mehr feststellen, welcheäußeren Gründe oder Anstöße für eine solche Erweiterung der einfachen Jochstangezu einem drei- oder vierseitigen Pfluggerippe maßgebend waren, zumal ja die Arbeitenmit diesen Vorschneidgeräten leider nie näher geprüft oder genauer untersucht wordenund letztere heute allgemein längst außer Gebrauch gekommen sind.
Eine dieser erweiterten Riß- Typen wird gekennzeichnet durch ein kufenförmiggebogenes Sohlholz, in das der Sterzenbaum eingesetzt ist, der ähnlich wie bei den vier-seitigen Pfluggerippen das Hinterende des Zugbaumes aufnimmt. Dieses Sohlholz istmit der Sterze mittels Zapfen und Dübel verbunden und steigt nach vornezu mehroder minder bogenförmig zum Zugbaum auf, in dem es wieder mit seinem Vorder-ende eingestemmt und durch einen Dübel abgesichert ist. Für dieses an drei Punktenverzapfte Gefüge wählten wir die Bezeichnung Sohlenbogenriẞ. Jedenfalls ent-steht auf diese Weise ein dreiteiliger Rahmen, in dessen Mitte quasi wie in einemKräfteparallelogramm das Reißmesser mit seinem Schaft zweifach fixiert ist. Dieserkräftige Rahmen ergibt sich indessen anders als bei den normal vierteiligen Pflug-gerippen unserer Arln beispielsweise. Er besteht aus dem Zugbaumende, ferner ausdem über dieses hinaus verlängerten Sterzenbaum und aus der kufenförmigen Sohle,die vorne in den Zugbaum eingespannt und in einem Bogen zum Fuß der Sterze ge-zogen und hier verriegelt wird. Zwar wirkt hier das Spiel der Kräfte ähnlich wie beimVierseitgerippe, doch entfällt die Griessäule, deren Funktion als führender und ar-beitender Teil des Ganzen hier der Vorderbogen der Rißsohle übernimmt. Es bleibtdaher fraglich, ob dieser Typ des Sohlenbogenriẞ in Anlehnung an die geläufige Ge-rippeform und-konstruktion unserer Arln bzw. Pflüge entstanden ist. Vielmehr er-gibt sich damit eine völlig eigenständige Konstruktionstype, selbst innerhalb der vielenverschiedenen Grundkonstruktionen bekannter Pflugtypen 70. Geht man dabei von der
69 Vgl. meine Verbreitungskarte Abb. 32. Auf Kundfahrten in den Jahren 1951 bis 1954konnte ich überraschenderweise auch in den Nordgräben des Metnitztales mehrfach solche Fur-chenvorschneider( riẞ) feststellen und aufnehmen, während Hanns Koren, Pflug und Arl,S. 178, meint:„ Auffallend ist sein Fehlen im( benachbarten) St. Lambrechter und NeumarkterGebiet."
70 Vgl. z. B. die von Sigurd Erixon entworfene Karte 6 im Atlas över svenskfolkkultur. I. Materiell och social kultur, Uddevalla 1957, wiederabgedruckt bei RagnarJirlow, Geschichte des schwedischen Pfluges, Stockholm 1970, S. 116.
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