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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
Entstehung
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einen alten, sehr langen byzantinischen Hymnus, der niemals ganz ausgesungenwird. Früher wurde der Text auch von kleinen Druckzetteln( poλλxdóxxa) abge-lesen. Dann läßt das erste Kind seinen xoottépt durch den Kamin hinunter in diezentrale Feuerstelle des Hauptraumes( παρκαμίνια oder παραστιά), wo das Feuer( votià) brennt. Die Hausfrau nimmt die Platte in Empfang, und wenn das Kindden Stillstand des ablaufenden Seils verspürt, ruft es: Déẞaç toal xpéopa'( hängdie Geschenke dran). Die Hausfrau hängt die Geschenke, Kringel, eine Orangeoder Granatapfel an die mittleren Zähne und ruft: τέντζερης πάνω σου, κόντζαροςποκάτω σου 42 oder das übliche σὲ σὲν τζαὶ σὸν κόσμο( dir und der Welt). DasKind zieht die Platte wieder nach oben und verstaut die Geschenke im Sack oderin der Schürze( toepßé). Das nächste Kind wiederholt die gleiche Prozedur. DieHausfrau hat die Pflicht, alle Platten zu füllen. Bekommt ein Kind mehr als einanderes, so gibt es Geschrei. Die Hausfrau muß allen das Gleiche geben, denn keinKind darf unzufrieden fortgehen. Hat eine Hausfrau nichts zu geben, so befehlenihr die Kinder: xápax' to otбo.43 Die Hausfrau führt dann mit der Axt schein-bar einen Hieb gegen den zentralen Stützbalken des Hauses, d. h. sie reißt essymbolisch nieder. Bis Mitternacht ziehen viele solcher Gruppen durch dieHäuser. Auch türkische Kinder nehmen an dem Umzug teil, die türkische Bevölke-ist von dem ,, christlichen" Brauch keineswegs ausgeschlossen. V. Lukopu-los Petropulos, 1949: 66 ff.

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826) Njk. I. Provinz Chaldia( 1 b). II. Vorabend. III. Die Erwachsenen ziehen alsμωμόεροι 44um, die Kinder von acht bis zwölf Jahren singen die Kalanda, dieBurschen und Mädchen von 13-18 Jahren gehen bei Nachteinbruch in getrenntenGruppen um. Sie sperren die Haustür des betreffenden Hauses zu oder verrammelnsie. Dann lassen sie durch den peyyin einen Zwerchsack mit Glocken in die Stubehinunter. Der perritηs ist eine fensterartige Öffnung in der Decke des Haupt-raumes. Da die Häuser wegen der schweren Winter obenauf mit Erde bedeckt sind,dient er zur Lüftung, zum Lichteinfall, Rauchabzug und als Fluchtmöglichkeit. Erbesitzt Kreuzform, ist vergittert und von unten mit einem Seil zu öffnen. Man ver-sucht, die Kinder zu erkennen, aber sie bleiben auf alle Fragen stumm. Aus diesemGrund werden auch die Bewohner ins Haus gesperrt. Man füllt den Sack zuerstmit Stroh, alten Kleidern usw. Die Kinder leeren den Inhalt in die Stube zurück.Dies geschieht zwei- oder dreimal. IV. Dann füllt man den Sack mit Tüchern,Eẞwaren, Süßigkeiten, selten Geld. Die Kinder sprechen einen Glückwunsch undverlassen das Hausdach. Es wird kein Lied gesungen. V. Kandilaptis, 1961:6089 f.

829) Wnk.( culinda). I. Vlachen. II. Vorabend. III. Kinder unter zehn Jahren sammelnsich nach dem Abendessen zu einer Gruppe von 5-15 Mitgliedern. Jedes bringteinen Sack mit und einen Stock von eineinhalb Metern Länge mit einer Holzver-knotung unten( tsumaga), der ungefähr ein Oka( 1282 Gramm) wiegt. Der schwereStock ist ursprünglich bloß zur Hundeabwehr gedacht, wird dann aber auch mit-geführt, wenn keine Hundeangriffe zu erwarten sind. Gegen Mitternacht beginntder Tumult. Unter dem Läuten der Kirchenglocken laufen sie mit Fackellichtlärmend und schreiend durchs Dorf, um die Schlafenden zu wecken, und singenvor jedem Haus ein Lied, wobei sie mit den Stöcken rhythmisch auf den Boden

42 tévtepns ist der kupferne Topf bzw. im Plural das Geschirr, xóvtCopos ein großerdreiarmiger Leuchter, wie er bei Festmählern verwendet wird. Der Prosperitätswunsch besagtetwa: Kochtopf und Festkerzen sollen dir niemals fehlen.

48 Schlag den σtóo ein, den mittleren Stützbalken des Hauses.

44 Diese Verkleidungsart ausführlich in 1.8.2.1.

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