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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
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Mädchen wert seien, Lazarinen zu sein. Die Betreffende, die der Probe nicht stand-hielt, wurde weggeschickt und mußte die Festkleidung ablegen. Heute wird dieseProbe nicht mehr durchgeführt. Der Geschenkkorb wird von einem Kind ge-tragen. Nach dem Abgang der übrigen Frauen betreten die Lazarinen das Pfarrer-haus und singen ein Prosperitätslied auf ihn, seine Frau, das heiratsfähige Kindund das Schulkind. Sie bekommen Eier oder Geld. Für den Lehrer singt man einSpeziallied, ist er ortsfremd, ein eigenes. Hier bekommen sie Geld. Dem Ortsvor-steher wird das Lied vor der Türe gesungen, seine Frau empfängt die Gruppe. Mansingt ihr das Lied der лanadà( Pfarrersfrau). Hierauf geht man in alle Häuser.Am Abend wird am Dorfplatz getanzt und gesungen: Führe, mein Lazarus, undkomm wieder über's Jahr. Nach dem Tanz gehen zwei der Mädchen in eine be-stimmte Richtung, ohne sich umzusehen. Sie führen eine Silbermünze, an einenroten Faden gebunden, mit sich, die an den ersten Strauch, dem sie begegnen, be-festigt wird. Sie bekreuzigen sich und sprechen einen Prosperitätswunsch. Sie keh-ren wieder zurück, ohne sich umzudrehen. Dann begeben sich alle in ihr Quartierund zählen und verteilen das Geld, danken ihrer Hausfrau und gehen nach Haus.V. Dalampis, 1961-63: 244 ff.

700) Wnk( xóλivta). I. Kukulion( 234, 9 c). II. Vorabend. III. Nach der Messe sammelnsich die Kinder im Narthex der Kirche mit der Christ- Geburts- Ikone und kleinenSäcken. Sie führen auch eine Schnur mit sich, ca. 1 m lang. An einem Ende ist einHolzstück in Bleistiftform befestigt, an einer Seite zugespitzt, das andere Endehängt an der Schnur. Mit der Spitze werden die Kringel durchbohrt und auf dieSchnur aufgefädelt. Ist eine Schnur voll"( fünf bis zehn Kringel), wird sie überdie Schulter geworfen.- Es darf nur eine Gruppe gebildet werden; das Lied, z. T.zersungen, wird im Hof des Hauses laut aufgesagt. Die Hausfrau umarmt dieIkone. IV. Kringel, Trockenfrüchte, ein bis zwei Gebildbrote( xoλivtívec), die inden Sack gesteckt werden. Der Umzug endet wieder im Narthex, wo die Ge-schenke zu gleichen Teilen aufgeteilt werden. V. Lazaridis, 1958: 890 ff.677)( 6 c) Hs 2194: 393. 678)( 387, 7 d) Hs 1408/1971: 69 ff. 679)( 166, 7 b) Hs1665/1972: 115. 680)( 400, 5 g) Hs 1646/1972: 131. 681)( 275, 6 c) Hs 1354/1971: 64. 682)( 9 a) Hs 1824/1973: 37. 683)( 4 a) Hs 1592/1972: 72 ff. 684)( 152,5 b) Hs 1561/1972: 146. 686)( 39, 7 b) Hs 1974: 63. 687)( 377, 6 b) Hs 2250: 34 f.688)( 336, 9 c) Hs 2266: 18 f. 691)( 353, 8 c) Hs 2738: 39. 692)( 159, 3) Hs 1720/1973: 143. 693)( 11 e) Arnott, 1956: 562 ff. 694)( 266, 9 d) Papami-chail, 1953: 45 f. 695)( 107, 5 f) Mylonakos, 1966: 141 ff. 697)( 4 a)Konstas, 1966: 300 ff. 698)( 4 a) Giolas, 1960/61: 129 f. 699)( 389, 1 c)Theodoridis, 1970/71: 133 ff. 701)( 233, 1 a) Akoglu, 1939: 252.

1. 5. Eueterische und apotropäische HandlungenDie Kategorie umfaßt ,, magische" Akte, die das Gute Jahr sichern und jedes Übelabwehren sollen. Die Konkretisierung des Symbolambiente schreitet vom Gegenstand zurAktion fort. Trotzdem kann man diese ,, Handlungen noch kein, Agieren nennen, dasie ohne Kenntnis des Sinnzusammenhangs keinen Sinn vermitteln. Der Übergang istschwer zu bestimmen, und die kategoriale Grenzziehung mehr oder weniger willkürlich.Die erforderlich rationale Struktur der Kategorien kann die Erfassung praerationalerPhänomene nicht grenzscharf leisten. Der logische Konsensus der Begriffsbildungen mußdaher einige zweifelhafte Nachbarn dulden, wie Affinitäts- und Analogieschlüsse, Am-bivalenzen, Sowohl- Als- Auch- Bildungen, das Pars- pro- toto- Prinzip u. a. Denkfehler",die Positivisten der Metaphysik zurechnen.

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