hingewiesen, daß die Formen der flämischen Wetzhölzer des frühen 16. Jahr-hunderts mit der des spanischen aus dem beginnenden 19. Jahrhundert weit-gehend übereinstimmen: der Gebrauchsteil mit dem etwa quadratischenQuerschnitt findet sich außer Flandern und Spanien sonst nicht wieder.
So wenig deutlich also einstweilen die zeitliche Umgrenzung zu gelingenscheint, die räumliche ist jedenfalls völlig klar: hier herrscht eine Abgegrenzt-heit gegen das Gebiet südlich der niederdeutschen Sprachgrenze, welche dasGerät eindeutig dem Norden zuweist. Diese germanische Entsprechung dessüdlichen Wetzsteines hat ihren Raum und ihre eigene Gestalt. Ob man diesebeiden Erscheinungen miteinander in Beziehung setzen darf, ist mir nichtgewiß. Gerades Wetzholz und gerader Wetzstein entsprechen einander wohlgestaltlich über ihre Raumbegrenzungen hinweg. Es sind männliche Geräte,wenn man will, Geräte der Erektion, im Gegensatz zu den gekrümmtenSchärfgeräten weiblicher Art. Das sind aber im Norden wie im Süden dieHörner und Kumpfe, die Gefäße für den Sand der Streichhölzer und für dasWasser der Wetzsteine. Die männlichen Wetzgeräte erneuern die Schärfeder Schnittgeräte. Sie selbst aber verjüngen sich in den weiblichen Gefäßen,die uns gestaltlich deutlicher, weil vom gestaltenden Volk auch immer ent-sprechend verdeutlicht, vor Augen stehen.
W V
VV
WETZSTEINKUMPF
HORN
VBAST
HOLZ
Schmidt
4. Wetzsteinkumpf und Sandhorn
Der Wetzstein gibt dem Schnittgerät die verlorene Schärfe wieder, erheilt dessen Schwäche, wie er im Volksglauben die kranken Milchdrüsenweiblicher Wesen heilen kann. Ihn selbst aber umfängt, verwahrt und ver-jüngt also der Wetzsteinbehälter, der Kampf. Wie alle Gefäße und Behälterist der Kumpf in der Volksanschauung ebenso wichtig wie der jeweilige
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