liegt hier wieder auf der Hand. Das Ende verkehrt sich automatisch in denneuen Anfang, und alle magisch erscheinenden Schmückungen der Menschenwie der Geräte sind daher in diesem Zusammenhang mythische. Lebens-mythos und Arbeitsmythos gehen dabei offensichtlich ineinander über.
Zu den Endbräuchen der Ernte, die das Schnittgerät einbeziehen, ge-hören schließlich noch die Sichel- und Sensentänze. Es gibt anscheinendnicht viel davon, oder ist noch zu wenig bekannt gemacht worden. Im Ochsen-furter Gau in Franken gab es einen„ Sicheltanz", bei dem anscheinendBursch und Mädel je eine Sichel in der Hand trugen 177). Als Gegenstückdazu möchte man den ,, Sensentanz" ansprechen, der bei den Ostschlesiern,den Deutschen in Galizien aufgezeichnet wurde 178). Es hat wohl mehr der-gleichen gegeben, und die Skepsis der Volkstanzforschung gegen die Tänzemit Geräten möchte gegenüber den Erntetänzen doch nicht ganz berechtigtsein. Wir kennen vermutlich dieses ältere Erntetanzbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Erntetanzbrauchtum nur mehrsehr bruchstückweise.
SENSENMUSIK
SENSENSTREICHEN
BOCKFEILEN
BIENENLOCKEN
WETTERBANNEN
Schmidt
3. Sensenmusik
Die Verhältnisse der Geräte zueinander und der Verflechtung vonArbeitsmythos und Lebensmythos werden bei jenen Brauchzügen am deut-lichsten, die im allerallgemeinsten Sinn, als musikalische bezeichnet werdenkönnen. Alle Arten des Erklingenlassens der Ernteschnittgeräte, insbeson-dere der Sensen, gehören zunächst der Realität der Erntearbeit an. Aus ihrheraus gestalten sie sich aber zu Sonderzügen, die in den beiden Wirt-schaftsformen des Kornschnittes und der Heumahd ebenso deutlich von-einander geschieden sind wie in den beiden Verbreitungsbezirken der höl-zernen Wetzgeräte und der Wetzsteine. Das schellenartige Erklingenlassen
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