1
in denen der liegende Stuhl zu finden ist, bestätigt dies auch.Die Konstruktion besteht aus einem Spannriegel und zwei Stuhlsäu-len, die entweder parallel zum Sparren oder etwas steiler liegen.Zwischen Stuhlholz und Spannriegel ist ein Kopfband eingezapft,und die Stuhlsäulen weisen an der Verbindungsstelle mit dem Spann-riegel sowie oberhalb der Mitte eine Ausnehmung für zwei Längs-rähme auf. Zusätzlich ist die ganze Konstruktion durch starkeWindrispen abgestützt. Diese schwierige Konstruktion weist ein-deutig auf professionelle Zimmerer hin, die zusätzlich auch Erfah-rung im Kirchen- oder Schloßbau, zumindest aber im Bau von Bür-gerhäusern gesammelt haben müssen. Der Einfluß der Zimmerleuteauf den bäuerlichen Hausbau dürfte hier doch etwas größer gewe-sen sein als z. B. in Kärnten, wo O. Moser feststellt, daß es kaumeinen Einfluß von den ländlichen Kirchen oder vom Bürgerhaus hergibt und das Sparrendach bis zum Ende des 19. Jh. am Bauernhausunbekannt bleibt, obwohl die Dächer von denselben Zimmerleuten
gebaut worden sein dürften. 2 Obwohl das Sparrendach überwiegendan den Mauerbau gebunden ist, tritt es auch bei Blockbauten auf,vor allem an den Blockbauteilen von nachträglich, in der zweitenHälfte des 19. Jh., durch einen Mauerteil erweiterten ehemalsreinen Blockbauten. Hier wird die Sparrenkonstruktion auch überdem Holzteil fortgesetzt und daher meist das ursprüngliche obereWandgefüge verändert, da die seitlichen Konsolhölzer weggeschnit-ten werden( z. B. TO 15).
4.8.3. Das Deckmaterial
Wie die Dachform bestimmt auch die Dachhaut wesentlich dasäußere Erscheinungsbild eines Hauses. Das Verhältnis zwischenDachhaut und Dachgerüst ist durch die beschränkte Tragfähigkeitvieler Gerüste bedingt, die nur gewisse Deckmaterialien zulassen;andererseits bedingen neue Materialien oft Änderungen im Dachge-
1 Vgl. J.P. Jöndl, Unterricht, Tab. IX, Fig. 257 u. 261. Hier wird der liegen-de Stuhl auch für ein Stichbalkendach gezeigt; s.a. Taf. 5 dieser Arbeit.20. Moser, Bauernhaus, S. 51; vgl. a. Kap. 2.2.2. dieser Arbeit.
155