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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
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4. BAUSTOFFE UND BAUWEISEN

4.1. Die Fundamente

Fundamente als Hilfsmittel zum Ausgleich von Niveauunter-schieden am Baugrund sowie gegen aufsteigende Bodenfeuchtigkeit

sind in Europa bereits seit der La- Tène- Zeit nachweisbar.1 Den-

noch werden in unseren Gebieten Blockbauten bis in das 19. Jh.teilweise ohne Fundamente errichtet. Schon 1753 und 1754 wirdin zwei Currenden die Verwendung von Stein- Fundamenten verord-net, um den Holzverbrauch einzudämmen, allerdings scheint die-ser Erlaß nur sehr bedingt wirksam geworden zu sein.

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Da die Fundamente zum Großteil verputzt sind, ist bei frischverputzten Grundmauern das Baumaterial nicht immer genau fest-stellbar und auch die Hausbesitzer wissen nicht in allen FällenBescheid; es ergibt sich daher in einigen Gebieten ein relativgroßer Prozentsatz von Häusern, bei denen das Sockelmaterialnicht genau bestimmt werden konnte. Dennoch ist eine klare zeit-liche und regionale Differenzierung erkennbar.

Den größten Anteil nehmen im Untersuchungsgebiet Steinsockelein mit 62,8% der Fälle, wogegen die Ziegelsockel nur 18,5%erreichen( s. Tab. 3). Der Anteil der Häuser ohne Sockel erscheintmit 1,2% vielleicht gering; diese 1,2% enthalten aber nur jeneHäuser, die überhaupt keinen Sockel aufweisen. Daneben gibt es je-doch eine große Zahl von Gebäuden, bei denen nur im Bereich spä-terer Zu- und Umbauten oder nur talseitig Fundamente verwendetwurden, der übrige Teil aber ohne Fundament erbaut wurde. Es er-gibt sich daher in der Statistik eine gewisse" Dunkelziffer" fürdie fundamentlosen Bauten bzw. Bauteile. Noch bei Häusern aus dem19. Jh. fehlt der Sockel teilweise( z.B. SI 3, 1829; PI 14, 1832).Unter der Gruppe" Beton" sind neue Sockel zusammengefaßt, die

2.

Adelhart Zippelius, Vormittelalterliche Zimmerungstechnik in Mitteleuropa.In: Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde 5, 1954, S. 31%; Oskar Moser, Das Bau-ernhaus und seine landschaftliche und historische Entwicklung in Kärnten.(= Kärntner Museumsschriften 56), Klagenfurt 1974, S. 31f. u. 34%; vgl. dazuauch Klaus Thinius, Raum und Konstruktion historischer bäuerlicher Wohnbauten.Diss. TH Karlsruhe 1978, S. 72.

H. Koren, Vorstufen, S. 45.

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