TRACHTENBEWEGUNG UND TRACHTENERNEUERUNG
IN VORARLBERG
Von Paul
Rachbauer
Nachdem in den vorangegangenen Beiträgen zum
Tagungsthema
viel theoretischer Unterbau zur Kleidungsforschung referiert wor-den ist, darf ich- am Beispiel Vorarlberg als vorwiegend ausder trachtlichen Praxis Kommender zu Ihnen sprechen.
Wenn ich mich als Praktiker bezeichne, so meine ich damit we-der, daß ich werktags und festtags, sommers und winters Trachttrage, noch daß ich in mir jemals die Berufung verspürt hätte,in Trachtenberatung und Trachtenerneuerung aktiv zu werden. Ichkam vielmehr dazu wie die sprichwörtliche" Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau zum Kind"- nur, wie Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrauen zu Kindern kommen, weiß man im Allge-meinen, die Wege zu Tracht, Trachtenbewegung und Trachtener-neuerung sind verschlungener und vielfältiger.
der
Leopold Schmidt hat 1981 in der ÖZV( Heft 1, S. 1-40) mitHinweisen und Randbemerkungen zur" Volkskunde inGegenwart" nicht gespart. Darunter finden sich auch Möglichkei-ten für Verstrickungen von an Museen tätigen Volkskundlern, zudenen ich mich zähle, in Trachtenbewegungen und Trachtenerneue-rungen. Leopold Schmidt schreibt sich u. a. seinen Ärger von derSeele über" die vielen Anfragen, die dauernd an uns gerichtetwerden" und meint," alle entsprechenden Institute kommen sichihnen ausgeliefert vor"( S. 3)." Die Frager glauben mit einemgewissen Recht, daß Vertreter des Faches Volkskunde auch leh-ren können, d. h. ihr Wissen weitergeben müssen, im konkretenFalle Sammlungs- und Forschungsergebnisse in einem Museum de-monstrieren müssen"( S. 5). Und plötzlich gehört man zu jenenFachkollegen, die( so Schmidt im Folgenden)" sich just das Ein-kleiden von dörflichen Musikkapellen in mehr oder minder' erfun-dene Trachten' zum Ziel gesetzt haben".
Ganz so schlimm ist es in meinem Falle als Kustos am Vorarlber-
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