Druckschrift 
Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
Entstehung
Seite
363
Einzelbild herunterladen
 

,, Aussiedlerkultur" Das Nachleben in der Erinnerung

363

Abb. 260: Das Bürgerspital von Döllersheim 1987( Pressestelle des Militärkommandos Niederösterreich)

schmückt. 1786 mußte die Kapelle auf Regierungsbefehl entweiht werden. 1801 branntedas ganze Spital ab, wurde aber in der alten Form wieder hergestellt. Die Kapelle wurdenun ganz aufgelassen und an ihrer Stelle wurden Wohnräume hergestellt." 7

10.5.3. Der Dürnhof bei Zwettl

Der Dürnhof, dessen erste urkundliche Erwähnung 1210 erfolgte, wurde unmittel-bar nach der Gründung des Stiftes Zwettl an der Stelle einer aufgelassenen Siedlungerrichtet und fungierte bis 1938 ohne Unterbrechung als Wirtschaftshof des StiftesZwettl. Als er im August 1938 als eines der ersten Objekte von der Deutschen Wehr-macht eingezogen wurde, fügte man damit dem Stift einen bedeutenden wirtschaft-lichen Schaden zu. In unmittelbarer Nähe des Gutshofes entstanden Militärlager,welche 1947 von der sowjetischen Besatzungsmacht allerdings wieder aufgelöst wur-den. In den folgenden Jahrzehnten erlebte das Gebäude, dessen mittelalterliche Bau-substanz so viele Jahrhunderte überstanden hatte, einen ähnlichen Niedergang wie

7 Buberl, Die Denkmale...,

a.a.O., S. 26.