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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
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Wegmüssen

10.5.2. Bürgerspital von Döllersheim

Auch das ehemalige Bürgerspital von Döllersheim hat im Zuge der Denkmalschutz-bestrebungen der letzten Jahre eine Sanierung zumindest der Ruinen erfahren, umdas bedeutende Gebäude wenigstens im Kern zu erhalten. Da sich ein ähnliches Bau-werk aus derselben Zeit( errichtet 1620) nur noch in Kirchberg am Walde erhaltenhat, ist die Rettung dieser frühen Einrichtung herrschaftlicher Sozialversorgungumso bedeutender. Der Bau besitzt einen interessanten Grundriß mit einem quadra-tischen, zweigeschoßigen Mittelteil, der ursprünglich als Kapelle diente. Rund umdiese Kapelle waren kreuzförmig vier gleiche Wohntrakte angebaut. Das gesamteGebäude wurde von einer Mauer umschlossen, welche an den vier Ecken je einenGarten einfaßte. Die Kunsttopographie weiß über die Geschichte des Spitals folgen-des zu berichten:

Schon um 1592 soll in Döllersheim ein Bürgerspital bestanden haben. Hans Franz Freiherrvon Lamberg, der Besitzer von Ottenstein, stiftete durch Testament vom 2. Jänner 1660im Markte Döllersheim ein Spital für zwölf verarmte Untertanen und begann den Bau nochim selben Jahre. Nach seinem Tode 1666 vollendete seine Witwe Maria Constantia geb. vonQuestenberg das Spital samt der Kapelle. Am 7. Jänner 1966 quittierte der Maler TobiasPock aus Wien über das Altarbild. Der Altar selbst war schon 1665 fertig; er war 33 Schuhhoch, 15 Schuh breit und mit den lebensgroßen Statuen des hl. Petrus und hl. Paulus

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Abb. 259: Das Bürgerspital von Döllersheim, vor 1938

( Postkarte, Privatarchiv)