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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
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Wegmüssen

10.3.2. Allerseelenfeiern

Seit 1957 gibt es in Döllersheim auch alljährlich zu Allerseelen eine Feier mit einerTotengedenkmesse. Anfangs fand sie im Freien statt und seit Mitte der siebziger Jah-re in der wieder sanierten Pfarrkirche. Diese Allerseelenfeier ist einer der Haupttreff-punkte der Aussiedler. Hunderte von ihnen kommen jedes Jahr mit ihren Angehö-rigen. Da der Friedhof und die Kirche von Döllersheim als einzige von den vierÜbungsplatzpfarren wieder besucht werden kann, hat sich Döllersheim quasi als Aussiedlerzentrum" für das Totengedenken entwickelt, obwohl die aus den ande-ren Pfarren stammenden Aussiedler immer wieder betonen, daß sie keine richtige Be-ziehung zu Döllersheim entwickeln könnten, da es eben nicht ihre angestammtePfarre war. Zu dieser hatte man, wie in einem früheren Kapitel ausgeführt wurde,als Jugendlicher durch die vor der Entsiedlung üblichen gemeinsamen Kirchgängeein enges Verhältnis, das sich, noch dazu nach 50 Jahren, verständlicherweise nichtauf eine fremde Pfarrkirche übertragen läßt. Durch das gemeinsame Schicksal derEntsiedlung allerdings gewinnen Kirche und Friedhof von Döllersheim doch wiedereine übergreifende Bedeutung.

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Abb. 247: Allerseelenfeier auf dem Friedhof von Döllersheim, 1961

( Privatarchiv)