Druckschrift 
Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
Entstehung
Seite
344
Einzelbild herunterladen
 

344

Wegmüssen

10.3. Religiöse Ausdrucksformen des Erinnerns

10.3.1. Friedhöfe

Die ehemaligen Friedhöfe und die Grabstätten der Angehörigen sind heute der wich-tigste Bezugspunkt der Aussiedler zur alten Heimat.³ Zu ihnen kehrt man immerwieder zurück, und besonders zu Allerheiligen mehren sich jedes Jahr beim Trup-penübungsplatzkommando Allentsteig die Ansuchen um Passierscheine zum Grä-berbesuch. Manche nehmen es allerdings mit den Vorschriften nicht so genau.

Ich bin während der Nazizeit zum Grab gegangen, und ich bin während der Russenzeithin und unterm Bundesheer auch, und gefragt hab ich nie.

Die Friedhöfe sind heute verwachsen und überwuchert und zum Teil versumpft. Zu unserem Friedhof, da kann man nur noch mit Gummistiefeln hin, das findet man nur,wenn man es weiẞ."

Abb. 239: Der erste Besuch des ehemaligen Hauses nach dem Krieg, Edelbach 1956

( Privatarchiv)

3 Vgl. Josef Hanika, Heimatverlust und Totenehrung. Auf Grund der Sammlung A. Ka-rasek. In: J. M. Ritz( Hrsg.), Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde. Regensburg 1955, S. 129- 140.